Zugvogelzahl im Wattenmeer stark verändert

Wilhelmshaven - Die Zahlen der Zugvögel im Wattenmeer haben sich nach einem Bericht des Internationalen Wattenmeersekretariats in den vergangenen rund 20 Jahren zum Teil erheblich verändert. Manche Arten wie Sanderling, Weißwangengans oder Löffler konnten ihre Bestände stark vergrößern, zum Teil mehr als verdoppeln.

Die Zahlen der Zugvögel im Wattenmeer haben sich nach einem Bericht des Internationalen Wattenmeersekretariats in den vergangenen rund 20 Jahren zum Teil erheblich verändert. Manche Arten wie Sanderling, Weißwangengans oder Löffler konnten ihre Bestände stark vergrößern, zum Teil mehr als verdoppeln, teilte die Organisation am Dienstag in Wilhelmshaven mit. Die Zahl anderer Arten wie Seeregenpfeifer, Austernfischer oder Kampfläufer nahm dagegen um bis zu 75 Prozent ab.

Als eine mögliche Ursache vermuten die Vogelexperten Klimaänderungen, die sich in einer Veränderung der Sedimentzusammensetzung bestimmter Wattenmeerbereiche ausdrücken können. Das gelte zum Beispiel für Arten, die ihre Nahrung auf Wattflächen suchen. Ihre Populationen in Dänemark und den Niederlanden blieben stabil, in Schleswig-Holstein und Niedersachsen schrumpften sie dagegen.

Von 34 gezählten Arten im Wattenmeer reduzierten sich 14 Arten, bei 20 gab es einen Zuwachs. Einen negativen Trend zeigen der Untersuchung zufolge besonders die Arten, die in Nord-, Zentral- oder Westeuropa brüten und überwintern. „Zum ersten Mal konnten Vogelzählungen von über 20 Jahren herangezogen werden“, teilte der Leiter des Internationalen Wattenmeersekretariats, Jens Enemark, mit. Die Ergebnisse wiesen darauf hin, dass Gründe für den Rückgang im Wattenmeer oder in den Klimaänderungen zu finden seien. Dennoch müsse auch nach Ursachen entlang der Vogelzuglinien gesucht werden. „Ein vom Bund gefördertes Projekt zur Förderung lokaler Kompetenzen auf dem Gebiet des Vogelschutzes, das in Westafrika durchgeführt werden soll, ist schon in Vorbereitung“, sagte Enemark.

Das Wattenmeer mit seinen fast 15 000 Quadratkilometern Fläche hat für Zugvögel auf dem Weg zwischen Arktis und Afrika unersetzliche Bedeutung als Rast-, Mauser- und Überwinterungsgebiet.

dpa

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