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Öko-Test prüft Bier mit guten Ergebnissen, aber Glyphosat und Pediokokken schmälern den Genuss

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Von: Anne Tessin

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Bierflaschen
Jede Menge Bier haben die Experten von „Öko-Test“ probiert – nicht jedes hat überzeugt. (Symbolbild) © Peter Heinzmann/Sorge/Imago

„Öko-Test“ hat Deutschlands beliebteste Biersorte unter die Lupe genommen und kaum Beanstandungen. Eine Sorte fällt beim Geschmackstest aber komplett durch.

Das besonders in Süddeutschland beliebte Helle gewinnt immer mehr Fans in ganz Deutschland, aber der unangefochtene Bier-Primus ist immer noch das Pils. Die Zeitschrift „Öko-Test“ hat nun 50 Pilssorten geprüft und kann erfreuliche Ergebnisse melden.

Die Tester ließen Pils von 50 großen Marken und kleinen Brauereien analysieren und geschmacklich testen. Das Ergebnis laut „dpa“: 45 Produkte erhielten die Note „gut“ oder „sehr gut“. Aber ganz ungetrübt war die Freude dann doch nicht. Für drei Biere hatten die Experten nur die Note „befriedigend“ übrig, „mangelhaft“ und „ungenügend“ erhielt je eines. Und ein Detail hinterlässt einen besonders faden Beigeschmack.

Öko-Test findet in 12 Bieren Glyphosat

Wie die „dpa“ berichtet, fanden die Tester in zwölf Bieren bekannter Marken Spuren des krebsverdächtigen Herbizids Glyphosat. Zwar wurden der in der Europäischen Union für Braugerste zulässige Höchstgehalt weit unterschritten, der Nachweis führte aber dennoch zu Punktabzug. Positiv: alle getesteten Bio-Pilsbiere waren frei von dem umstrittenen Unkrautvernichter.

Pils und Helles – das ist der Unterschied

Sowohl das Pils als auch das Helle gehören zu den untergärigen Lagerbieren, aber erstes enthält mehr Hopfen. Das macht sich deutlich im Geschmack bemerkbar. Während ein Pils mit einer Hopfenbittere von 30 Bittereinheiten (BE) herb und spritzig-frisch schmeckt, ist das Helle mit 15 BE eher vollmundig und süffiger.

Geschmacklich gut mit ein paar Ausreißern

In Sachen Stammwürzegehalt und Schaumhaltbarkeit konnten sich die Experten über kein Pils beschweren. Auch die Testtrinker hatten wenig zu bemängeln, schmeckten bei zehn Bieren aber pilsuntypische Fehlnoten, u.a. Apfel und Brot, heraus. Dem Schlusslicht, laut t-online.de dem „Pinkus Pils, Bioland“ von Pinkus Müller, attestierten die Sensoriker „einen Kontaminationsgeschmack mit buttrigen Noten“. Im Labor fand man dann die Ursache: eine Verkeimung mit Pediokokken. Diese Milchsäurebakterien seien zwar nicht schädlich für den Menschen, aber der Geschmack leidet merklich, sodass die Belastung eine „erhebliche Qualitätsminderung“ bedeutet. Da greift man dann doch vielleicht lieber zum Weißbier...

Öko-Test prüft Bier: ein Auszug aus den Testergebnissen

Brauerei/HerstellerBierTesturteil
Berliner Pilsner BrauereiBerliner Pilsnersehr gut
Bitburger BraugruppeBitburger Premium Pilssehr gut
Hasseröder BrauereiHasseröder Premium Pilssehr gut
Brauhaus LeikeimLeikeim Premium Pilssehr gut
Neumarkter LammsbräuNeumarkter Lammsbräu Edel Pils, Naturland/Biolandsehr gut
Oettinger BrauereiOettinger Pilssehr gut
Pilsner UrquellPilsner Urquellsehr gut
Badische Staatsbrauerei RothausRothaus Pils Tannenzäpflesehr gut
Warsteiner BrauereiWarsteiner Premium Pilsenersehr gut
Bavaria-St.PauliAstra Urtypgut
Anheuser-Busch InBevBeck's Pilsgut
Flensburger BrauereiFlensburger Pilsenergut
Friesisches Brauhaus zu JeverJever Pilsenergut
Mecklenburgische Brauerei LübzLübzer Pils Premiumgut
Radeberger ExportbierbrauereioRadeberger Pilsnergut
Aldi Nord/Aldi Süd (Brauerei Braunschweig)Karlskrone Pilsener Premiumbefriedigend
Kompania PiwowarskaTyskie Gronie Pilsbefriedigend
NormaKaiserkrone Pilsmangelhaft
Brauerei Pinkus MüllerPinkus Pils, Biolandungenügend

Quelle: Testergebnisse frei verfügbar unter www.oekotest.de

(ante)

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