Mehr Unterstützung wegen Corona

Bis zu zehn Tage mehr Kinderkrankengeld für Eltern – so profitieren berufstätige Mütter und Väter

Die Kinderbetreuung in Zeiten von Corona verlangt Eltern so einiges ab. Mehr Kinderkrankengeld soll Erleichterung verschaffen.
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Die Kinderbetreuung in Zeiten von Corona verlangt Eltern so einiges ab. Mehr Kinderkrankengeld soll Erleichterung verschaffen.

Das Kind ist krank, man muss der Arbeit fern bleiben: Arbeitgeber zahlen in dem Fall eine bestimmte Anzahl an Tagen den Lohn weiter. Danach greift Kinderkrankengeld – das erhöht werden soll.

  • Ist das Kind krank und keine andere im Haushalt lebende Person kann sich kümmern, muss der Arbeitgeber berufstätige Eltern von der Arbeit freistellen.
  • Wie lange eine berufstätige Mutter oder ein Vater wegen ihres kranken Kindes zur Pflege daheim bleiben können bei vollem Gehalt*, ist abhängig vom Arbeitgeber – manche Unternehmen stellen dann für drei Tage frei mit voller Bezahlung, andere für zehn.
  • Eltern haben allerdings Anspruch auf Kinderkrankengeld, das von den Krankenkassen ausbezahlt wird. Es gilt: Pro Kind und Kalenderjahr zahlen die Kassen Kinderkrankengeld für zehn Arbeitstage – maximal allerdings 25 Arbeitstage (bei mehreren Kindern). Alleinerziehende haben einen Anspruch für 20 Arbeitstage, höchstens 50 Tage jährlich. Das soll sich jetzt ändern.

Nach einem aktuellem Beschluss der Großen Koalition sollen gesetzlich Versicherte in diesem Jahr wegen der Corona-Krise mehr Unterstützung zur Betreuung ihrer kranken Kinder erhalten, wie aus einer Pressemitteilung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) hervorgeht. Für Elternpaare soll das Kinderkrankengeld für jeweils fünf weitere Tage und für Alleinerziehende für zusätzliche zehn Tage gewährt werden. Dies sei eine wichtige Unterstützung für berufstätige Eltern in einer Zeit, in der die große Mehrheit der Arbeitnehmer wieder an ihre Arbeitsplätze in Betrieben und Verwaltungen zurückkehrt, so Patric Stamm vom Serviceteam der KKH Kaufmännische Krankenkasse in München.

Weniger Kinderkrankengeld-Anträge zur Zeit der Corona-Ausgangsbeschränkungen

Anders sah die Situation noch zur Zeit des Lockdowns aus. Laut Daten der KKH hatten von Januar bis April 2020 bundesweit rund 49.250 Eltern Kinderkrankengeld allein bei der gesetzlichen Kasse KKH beantragt. Im Vorjahreszeitraum waren es hingegen mehr als 59.600 Mütter und Väter, wie aus der KKH-Pressemitteilung hervorgeht. Vor allem im Lockdown-Monat April 2020 sank die Quote drastisch im Vergleich zu 2019. Die KKH registrierte 80 Prozent weniger Anträge. In den Vormonaten Januar, Februar und März 2020 hingegen blieb die Anzahl der Tage, an denen Eltern Kinderkrankengeld von der KKH erhielten, im Vergleich zu 2019 nahezu gleich.

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Regionale Unterschiede bei der Auszahlung von Kinderkrankengeld

Nirgendwo sank die Kinderkrankengeld-Quote im April 2020 so drastisch wie in Niedersachsen (minus knapp 90 Prozent), gefolgt von Hamburg mit minus 87,5 Prozent und Mecklenburg-Vorpommern mit minus rund 86 Prozent. In Rheinland-Pfalz (minus 55,5 Prozent) und Bayern (minus knapp 69 Prozent) registrierte die KKH hingegen den geringsten Rückgang im Ländervergleich. Dort gab es offenbar mehr Eltern, die in systemrelevanten Berufen beziehungsweise in Jobs arbeiten, die kein Homeoffice zulassen oder keine Kurzarbeit erforderten. Diese Mütter und Väter mussten wie bereits vor der Krise dem Arbeitsplatz fern bleiben und Kinderkrankengeld beantragen, um den Nachwuchs zu Hause betreuen zu können.

Eltern können Kinderkrankengeld in der Regel über einen Online-Antrag, der auf der Internetseite der Krankenkasse heruntergeladen werden kann, beantragen. Mehr Informationen erhalten Sie bei Ihrer Krankenkasse. (jg) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

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Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
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