Gerichtsurteil

Gute Nachricht für Konzertgänger: Diese Gebühren beim Ticketverkauf sind verboten

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Wer seine Konzertticket lieber selbst ausdruckt, musste bisher eine Extragebühr bezahlen. (Symbolbild)

Für fast alles muss man im Internet Gebühren zahlen, aber eine Praxis hat der Bundesgerichtshof nun untersagt. Davon profitieren v.a. Musik- und Theater-Fans.

Tickets für Konzerte oder andere Veranstaltungen kaufen die meisten mittlerweile Online und können sie bei den meisten Anbietern direkt ausdrucken. Damit haben Fans ihr Ticket sofort in der Hand und sparen sich die Versandkosten. Doch viele Anbieter erheben trotzdem eine Servicegebühr. Damit ist jetzt Schluss.

Tickets zu Hause ausdrucken darf nicht mit einer Servicegebühr belegt werden

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat kürzlich entschieden, dass eine pauschale Servicegebühr für die elektronische Übermittlung einer Eintrittskarte, um sie selbst auszudrucken, nicht zulässig sei. Das hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bekanntgegeben. Demnach habe die Verbraucherzentrale gegen den Konzertkartenvertreiber CTS Eventim geklagt. Dieser hatte für die "print@home"-Option eine Servicegebühr von 2,50 Euro erhoben.

Auch Eventims "Premiumversand inklusive Bearbeitungsgebühr" in Höhe von 14,90 Euro (plus fünf Euro je weiterem Ticket / maximal vier Tickets) hat der BGH im Sinne der Verbraucherschützer gekippt. Fans konnten im Rahmen des Vorverkaufs für die AC/DC-Welttournee 2015 ausschließlich den teuren Premiumversand wählen. Die Tickets kamen jedoch per einfacher innerdeutscher Postzustellung mit 60-Cent-Frankierung.

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Urteil könnte auch Bedeutung für andere Anbieter haben

Das Urteil könnte laut Frankfurter Allgemeine Zeitung auch eine Auswirkung auf andere Anbieter haben, die eine Pauschalgebühr für das Selbstausdrucken von Tickets verlangen.

"Bei explodierenden Preisen werden Tickets für beliebte Künstler leider immer mehr zum Luxusgut. Das Urteil schiebt der Unsitte einiger Anbieter einen Riegel vor, Verbrauchern mit Extra-Gebühren zusätzlich Geld aus der Tasche zu ziehen", kommentiert Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW.

Eventim soll Servicegebühren an Kunden zurückzahlen

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW sind nun zu Unrecht erhobene Entgelte für "ticketdirect" durch Eventim an die Kunden zurückzuzahlen. "Eventim sollte nicht darauf warten, dass jeder Kunde seine Forderungen einzeln geltend macht, sondern den Kunden die zu Unrecht kassierten Entgelte unmittelbar erstatten", lautet die Forderung Schuldzinskis.

Für den Fall, dass eine solche Rückzahlung unterbleibt, will die Verbraucherzentrale NRW alle rechtlichen Möglichkeiten, von Folgenbeseitigungs- über Gewinnabschöpfungsansprüche, in Betracht ziehen, damit unrechtmäßige Entgelte nicht bei dem Anbieter verbleiben.

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Was ist "print@home"?

Verbraucher haben bei Internet-Bestellungen von Eintrittskarten für Konzerte, Sportevents oder andere Veranstaltungen häufig und über eine Vielzahl von Anbietern hinweg eine "print@home"-Option zur Auswahl.

Hierbei werden die Tickets nicht per Brief zugeschickt, sondern nach elektronischer Übermittlung, zum Beispiel per E-Mail, am heimischen Rechner ausgedruckt. Eventim, Marktführer in der Ticketvermittlung, verlangt bisher für diese "ticketdirect"-Option pauschal eine "Servicegebühr" in Höhe von bis zu 2,50 Euro, und das, obwohl für die Übermittlung weder Porto- noch Materialkosten anfallen.

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