Werbungskosten oder Sonderausgaben

Steuererklärung 2018: Diese Versicherungen können Sie jetzt noch schnell absetzen

Was viele nicht wissen: Sie können auch Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung in der Steuererklärung angeben.
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Was viele nicht wissen: Sie können auch Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung in der Steuererklärung angeben.

Für viele Deutsche ist die Steuererklärung ein leidiges Thema. Wer sich allerdings damit beschäftigt, staunt oft, was er alles absetzen kann. Zum Beispiel Versicherungen.

Die Deutschen lieben Versicherungen und sichern sich gerne gegen mögliche Risiken ab. Im Durchschnitt zahlte jeder Einwohner 2.438 Euro in private Versicherungen im Jahr 2018 ein. Insgesamt ergibt der Bestand an privaten Versicherungsverträgen ein Volumen von rund 202,4 Milliarden Euro. Das sind knapp sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts, die in die Versicherungen fließen.

Im Interesse jedes einzelnen Steuerzahlers ist es, seine Steuerlast durch die Aufwendungen für Versicherungsbeiträge im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu reduzieren. Die Redaktion klärt in Zusammenarbeit der Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. auf.

Welche Versicherungen sind steuerlich absetzbar?

Der Fiskus unterscheidet generell zwischen Sachversicherungen und personenbezogenen Versicherungen, die entweder berufliche Risiken ausgleichen oder das Einkommen absichern. "Während berufsbezogene Versicherungen in voller Höhe abgesetzt werden können, können die Ausgaben für Vorsorgeversicherungen nur beschränkt abgesetzt werden", erklärt Mark Weidinger, Vorstand der Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. (Lohi).

Überhaupt nicht abgesetzt werden können reine Sachversicherungen, wie

  • Hausrat-,
  • Gebäude-,
  • Fahrrad-,
  • KFZ-Kasko- oder
  • Reisegepäckversicherung.

Ebenso nicht absetzbar sind der private Rechtsschutz und Kapitallebensversicherungen, die nach 2004 abgeschlossen wurden. Letztere werden als Geldanlage bewertet.

Berufsbezogene Versicherungen als Werbungskosten

Versicherungen, die für die Ausübung der beruflichen Tätigkeit abgeschlossen wurden, können in die Anlage N als Werbungskosten eingetragen werden. Hierzu zählen eine Berufshaftpflicht- oder Berufsunfallversicherung sowie ein Rechtsschutz für Arbeitsrecht.

Wurde die Versicherung in einem Bündel mit anderen Versicherungen gemeinsam abgeschlossen, ist der berufliche Anteil herauszurechnen und zu belegen.

Private Vorsorgeversicherungen als Sonderausgaben

Die meisten Versicherungen fallen unter die sonstigen Vorsorgeaufwendungen in der Anlage Vorsorgeaufwand. Jeder Steuerpflichtige kann Kosten bis zur Höchstgrenze von 1.900 Euro, Ehepaare bis 3.800 Euro geltend machen. "Die Krux dabei ist, dass dieser Höchstbetrag oftmals schon mit der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung aufgebraucht ist, sodass weitere private Versicherungsaufwendungen sich leider nicht mehr steuerlich auswirken", so der Steuerexperte der Lohi.

Übersteigen die gesetzlichen Versicherungen den Höchstbetrag, werden diese immerhin in voller Höhe anerkannt. Beitragserstattungen privater Krankenversicherungen sind abzuziehen. Lässt der Höchstbetrag für sonstige Vorsorgeaufwendungen noch Spielraum übrig, können private Versicherungen wie

  • Haftpflicht-,
  • KFZ-Haftpflicht-,
  • Tierhalterhaftplicht-,
  • Zusatzkranken-,
  • Zahn-,
  • Pflege-,
  • Auslandskranken-,
  • Unfall-,
  • Berufsunfähigkeits-,
  • Risikolebens-,
  • Sterbegeld- und
  • Kapitallebensversicherungen,

die vor dem Jahr 2005 abgeschlossen wurden, abgesetzt werden.

Auch interessant: Steuererklärung 2018 rückwirkend abgeben - viel Geld zurückkriegen.

Versicherung von Kindern - als Sonderausgaben angeben?

Die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung von Kindern können, solange ein Anspruch auf Kindergeld besteht, in die Anlage Kind eingetragen werden. Ist der Bezug von Kindergeld beendet, können sie als Sonderausgaben bei den Eltern abgezogen werden, sofern das Kind einen Anspruch auf Unterhalt hat und die Eltern die Versicherungsbeiträge tatsächlich übernommen haben.

Lesen Sie auch: Vorsicht: Jetzt gilt eine neue Abgabefrist für Ihre Steuererklärung 2018.

jp

Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
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