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Mit Steuerklasse 5 in die Altersarmut? So wirkt sich Ihre Steuerklasse tatsächlich auf die Rente aus

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Die Wahl der Steuerklasse steht Eheleuten kurz nach der Hochzeit bevor. Aber welche ist die richtige für Sie? Hat etwa die Steuerklasse 5 Einfluss auf Ihre Rente?

Immer wieder wird der Appell an verheiratete Frauen gerichtet: Richtet euch nicht mit Steuerklasse 5 ein, macht euer Gehalt nicht klein. Es würde sich rächen – spätestens zur Rente. Aber stimmt das wirklich? Ja, aber anders, als Sie denken.

Ehegattensplitting schlecht für die Rente?

Mit dem Ehegattensplitting werden in Deutschland Ehepaare und Lebenspartnerschaften besteuert, die nicht dauernd getrennt leben und keine Einzelveranlagung wählen. Hier wird das gemeinsame Haushaltseinkommen besteuert und nicht das einzelne Einkommen der Eheleute. Beim Ehegattensplitting wird Ihr gemeinsames zu versteuerndes Einkommen durch zwei geteilt – der Betrag wird also gesplittet. Anschließend werden die Steuern nach dem Einkommensteuertarif berechnet und der Betrag wird wieder verdoppelt. Auf die tatsächlich zu zahlende Jahressteuer hat die Wahl der Steuerklassen keinen Einfluss, aber vielleicht auf die Rente? Immerhin hat der Ehepartner mit der Steuerklasse V doch viel weniger auf dem Lohnzettel und wird durch das System benachteiligt, wie viele Experten schon jahrelang finden.

Steuererlasse Rente
Steuerklasse 5 wird in vielen Ehen für die Frau gewählt. Hat das später Nachteile bei der Rente? © Monkey Business 2/Imago

Die Steuerklasse hat auf die Rente keinen Einfluss

Derzeit liegt der Rentenbeitrag, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen, bei 18,6 Prozent. 9,3 Prozent des Bruttolohns, also dem Lohn vor Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen, zahlt der Arbeitnehmer in die Rentenkasse ein. Und hier liegt auch der Grund, warum sich die Steuerklasse, die Sie wählen, nicht auf spätere Rentenzahlungen auswirkt. Die Beitragshöhe und damit die Höhe Ihrer späteren Rente, hat schlichtweg nichts mehr dem Betrag zu tun, der nach Abzug aller fälligen Beiträge auf Ihrem Konto landet. Aber wieso hält sich dann die Behauptung, dass die schlechtere Steuerklasse Frauen in die Altersarmut treibt, so hartnäckig? Weil sie indirekt eben doch nicht falsch ist.

Darum hat die Steuerklasse indirekt doch Einfluss auf die Rente

Wer die Steuerklasse V hat, wählt diese, weil das Gehalt im Vergleich zum Partner mit der Steuerklasse III deutlich niedriger ist. Das liegt in der Regel an einer Teilzeitbeschäftigung aufgrund von Kinderbetreuung, aber auch an einer geringeren Qualifikation, oder vielfältigen anderen Ursachen. Wer weniger verdient, zahlt auch weniger Rentenbeiträge ein und damit fällt auch die später ausgezahlte Rente niedriger aus. Nun werden Kindererziehungszeiten, die häufig eine Teilzeit begründen, bei der Rente „belohnt“. Umgerechnet bringt Ihnen ein Jahr Kindererziehungszeit ungefähr 34 Euro Rente pro Monat, laut Deutsche Rentenversicherung. Aber ganz aufheben lässt sich der Nachteil nicht und so ist die Steuerklasse V kein direkter negativer Einfluss auf Ihre spätere Rente, sondern eher ein Anzeiger für eine geringere Altersrente. Sie wollen dennoch Teilzeit arbeiten? Dann planen Sie sorgfältig mit diesen Tipps.

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