Schlank dank Saft?

Kopfweh statt Abnehmerfolg: Wie die Saftkur funktioniert und womit Sie während der Fastenzeit rechnen müssen

Erdbeeren in einem Mixer
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Erdbeeren, Orangen, Rucola bis Rote Beete: Während einer Saftkur können Sie selbst entscheiden, welche Zutaten Ihr Smoothie haben soll. Allerdings ist nur Obst und/oder Gemüse erlaubt.

Eine Saftkur soll den Körper entgiften & das Wohlbefinden steigern. Doch sie kann auch negative Effekte entfalten. Ein Ernährungsberater erklärt, worauf es ankommt.

Sie ärgern sich über ein paar Kilos zu viel? Schneller Abnehmerfolg muss her? Kurze Detox-Kuren versprechen Gewichtsverlust, mehr Energie und positive Effekte auf den Stoffwechsel. Doch bei derartigen Prophezeiungen ist Vorsicht geboten. Denn Saftkuren und andere „schnelle“ Diäten können den Organismus enorm belasten* und zu körperlichen Beschwerden führen. Auch das „Entgiftungsversprechen“ ist skeptisch zu sehen. So ist der Körper eines gesunden Erwachsenen, der nicht übermäßig viel Alkohol konsumiert, sich ausgewogen ernährt und Arzneimittel nicht im Übermaß einnimmt, sehr wohl in der Lage, sich selbst zu „entgiften“. Die Leber und die Niere zählen zu den wichtigsten Entgiftungsorganen des menschlichen Körpers.

Sie fragen sich, wie eine Saftkur genau funktioniert? Im Grunde ganz einfach: Man ersetzt seine üblichen Mahlzeiten durch frisch gepresste Säfte, die nur aus Obst und Gemüse bestehen. Sie können entweder drei, fünf oder sieben Tage lang entgiften, heißt es auf dem Portal gq-magazin.de. Diverse Anbieter sind bereits auf den Detox-Saftkur-Zug aufgesprungen und bieten fertig gemischte Säfte – oftmals überteuert – online oder im Handel an. Dabei benötigen Sie nur einen guten Mixer sowie frisches Obst und Gemüse nach Wahl, um eine Saftkur zu starten.

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Saftkur als Einstieg in eine Ernährungsumstellung – oder in eine Essstörung

Niklas Schwarz, Experte für Ernährungsberatung an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken, rät der Apotheken Umschau zufolge, rund eine Woche vor dem eigentlichen Start auf Alkohol, Nikotin und Kaffee zu verzichten. Außerdem sollte in den Tagen vor dem Saftkur-Start nur leichte Kost auf den Teller kommen. Während der Fastenkur selbst wird jede Mahlzeit durch rund 250 Milliliter Obst- oder Gemüsesaft ersetzt. Zwischendurch darf nur Wasser, ungesüßter Tee und Gemüsebrühe getrunken werden – feste Nahrung ist tabu.

Diese Art des Fastens kann positive Effekte entfalten, etwa Gewichtsverlust. Allerdings steigt bei kurzfristigen Diäten die Gefahr des Jojo-Effekts. Das alte Gewicht ist in dem Fall nach Abschluss der Fastenkur schnell wieder erreicht – oder wird sogar überschritten. Es gibt Niklas Schwarz zufolge auch Berichte über Kopfschmerzen und Antriebslosigkeit in Folge der Kur, so die Apotheken Umschau. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt außerdem zu bedenken, dass eine strenge Detox-Diät auf Dauer zu einem Nährstoffmangel etwa an Protein und Fett führen kann. Außerdem sei zu bedenken, dass ein sehr rigides Essverhalten mit extrem niedriger Protein- und Energiezufuhr die Gefahr von Essstörungen erhöhen kann, heißt es weiter.

Für die Wirkung sogenannter Entgiftungs- oder Detox-Diäten fehlen bisher wissenschaftliche Nachweise. Inwiefern durch eine solche Diät der Stoffwechsel angeregt wird, ist fraglich“, heißt es auf den Seiten der DGE. Allerdings räumt die Gesellschaft ein, dass eine Detox-Kur möglicherweise den Einstieg in eine Ernährungsumstellung erleichtern kann. Sie sollte aber nicht ohne ärztliche Aufsicht erfolgen, heißt es weiter. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Weiterlesen: Leber einfach entgiften: Diese Kur hat einen genialen Nebeneffekt

Verdacht auf  Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Gluten, Histamin, Fructose, Lactose: Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten ist es nicht ganz leicht, den richtigen Auslöser zu finden. Fotos: dpa-tmn Foto: dpa-tmn
Wer kein Histamin verträgt, bekommt nach dem Verzehr von Tomaten mitunter Beschwerden. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
Bei Zöliakie führt der Verzehr von in Getreide enthaltenem Gluten zu Entzündungen im Dünndarm. Foto: Andrea Warnecke
Wer Fructose nicht verträgt, dem ist es nicht unbedingt komplett verboten, Obst zu essen. Foto: Florian Schuh
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