Leihmutterschaft möglich?

Forscher erschaffen Mischling aus Mensch und Affe: Embryo überlebt nur rund 19 Tage – Ethikrat mit dringendem Appell

Das Bild zeigt das embryonale Frühstadium einer Mensch-Affen-Chimäre. Wissenschaftler haben Embryonen aus Zellen von Mensch und Affe erzeugt.
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Das Bild zeigt das embryonale Frühstadium einer Mensch-Affen-Chimäre. Wissenschaftler haben Embryonen aus Zellen von Mensch und Affe erzeugt.

Was Stoff unzähliger Horrorfilme ist, ist längst Realität: Wissenschaftler erschaffen Mensch-Tier-Mischwesen. Der medizinische Nutzen soll dies rechtfertigen.

Halb Löwe, halb Ziege, halb Drache: In der griechischen Mythologie gilt die Chimäre als furchterregende Bestie. Doch Mischwesen aus Mensch und Tier gibt es nicht nur in Sagen und Geschichten. 2017 haben Forscher des Salk Institute for Biological Studies in La Jolla (US-Bundesstaat Kalifornien) versucht, die ersten Embryonen zu züchten, die menschliche Zellen und Zellen vom Schwein enthielten. Ziel dieses Versuchs war unter anderem, Wege zu finden, intakte menschliche Zellen, Gewebe und Organe in Tieren zu züchten. Dies solle vor allem wegen des Mangels an Spenderorganen* sinnvoll sein. Doch das „Erschaffen“ neuartiger Lebensformen ruft Kritiker auf den Plan – und den Ethikrat.

Frühere Versuche mit Chimären von Mensch und Schwein sowie von Mensch und Maus waren gescheitert, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet. Forscher sehen als Ursache unter anderem die Artbarriere zwischen Mensch und Nager bzw. Mensch und Schwein. Mensch und Affe sind sich genetisch ähnlicher. Ein neues Forschungsprojekt befasste sich jetzt mit der Kreuzung von menschlichen und Affen-Zellen. In der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Cell berichtet ein internationales Forscherteam um Juan Carlos Izpisua Belmonte vom Salk Institute, dass es ihnen gelungen sei, Embryonen aus menschlichen Zellen und Zellen von Affen zu erschaffen. Die Forscher injizierten jeweils 25 menschliche Stammzellen in sechs Tage alte Makaken-Embryonen im Frühstadium, wie das Wissensportal geo.de informiert. Überlebensfähig waren die Embryonen nicht. Zunächst wuchsen alle 132 Embryonen, doch nach zehn Tagen waren es nur noch 103, wie die Forscher informierten. An Tag 19 nach der Befruchtung waren es nur noch drei Embryos, die am Leben waren.

Stammzellforscher und Ethikrat: Unterschiedliche Ansätze in Hinblick auf Chimären-Forschung

Stammzellforscher wie Hans Schöler sehen die Studie als „spannende Grundlagenforschung“, wie GEO informiert. Die tatsächliche Züchtung von Organen in solchen Chimären sei jedoch noch „ganz ganz fern“, so der Direktor am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster. Der Deutsche Ethikrat forderte indes bereits 2011, dass „Versuche der Erzeugung von transgenen Menschenaffen wegen der nahen Verwandtschaft zu Menschen untersagt werden sollten“, wie welt.de informiert. Sorge bereitet Ethikern vor allem die Möglichkeit, derartige Mischlings-Embryos in menschliche oder tierische Leihmütter einzupflanzen. Wie die SZ informiert, beteuert Studienleiter Izpisua Belmonte, dass er so etwas keineswegs vorhabe. „Es ist unsere Verantwortung als Wissenschaftler, unsere Forschung gut zu durchdenken und allen ethischen, rechtlichen und sozialen Richtlinien zu folgen“, so Belmonte. Einziges Ziel seiner Experimente sei es, die Embryonalentwicklung besser zu verstehen, informiert die SZ weiter. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr Quellen: https://www.cell.com/cell/fulltext/S0092-8674(16)31752-4

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Achtung: Diese vier Erreger können Krebs auslösen

Das Magenbakterium Helicobacter pylori soll das Risiko in sich bergen, an Magenkrebs zu erkranken. Das Pikante daran: Etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung trägt es bereits in sich. Helicobacter soll Magengeschwüre begünstigen, welche sich dann zu Krebs ausweiten können. Allerdings ist eine Behandlung in den meisten Fällen mit einer Kombination aus Antibiotika und Magensäureblocker äußerst erfolgreich.
Hepatitis B fördert dagegen Leberentzündungen. Auch diese können sich zu Leberkrebs weiterentwickeln. Allerdings können Sie sich gegen diesen Hepatitis-Typ beim Hausarzt impfen lassen.
Gegen Hepatitis C unglücklicherweise (noch) nicht. Die aggressiven Erreger gelten sogar als die zweithäufigste Ursache für Leberkrebs. Etwa 8.500 Menschen sollen jährlich daran erkranken.
Humane Papillomviren (HPV) sind meist ungefährlich - doch es gibt zwei Arten davon, die krebserregend wirken und Gebärmutterhalskrebs auslösen sollen. Zudem stehen sie im Verdacht, Anal- oder Peniskrebs zu begünstigen. Allerdings gibt es auch hier eine sehr effektive Schutzimpfung, die gegen alle HPV-Typen helfen soll.
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