1. WLZ
  2. Magazin
  3. Gesundheit

Affenpocken in Deutschland: Müssen Festivals abgesagt werden? WHO gibt Antworten

Erstellt:

Von: Juliane Gutmann

Kommentare

Bis Juni 2022 kam es weltweit in diesem Jahr zu rund 5.000 Affenpocken-Infektionen beim Menschen, auch in Deutschland. Welche Auswirkungen das auf unser Freizeitvergnügen hat, lesen Sie hier.

„Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken verlaufen Affenpocken in der Regel deutlich milder; die meisten Menschen erholen sich innerhalb von mehreren Wochen“: Ende Mai 2022 gab das Robert Koch-Institut (RKI) vorläufig Entwarnung in Hinblick auf die weltweite Ausbreitung von Affenpocken. Zwei Monate später, Ende Juli, sind rund 5.000 Affenpockeninfektionen in Afrika und mehr als 40 Ländern außerhalb Afrikas gemeldet worden, in welchen Affenpocken bis Mai praktisch unbekannt waren, zitiert das Ärzteblatt eine Statistik der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Aufgrund der untypischen Ausbreitung der Affenpocken (medizinisch Monkeypox virus oder Genus Orthopoxvirus), die in erster Linie in West- und Zentralafrika verbreitet sind, schaltete sich die WHO verstärkt ein. Ende Juni 2022 startete der von der WHO einberufene Notfallausschuss zu Affenpocken. Fachleute hatten beraten, ob eine Notlage von internationaler Tragweite ausgerufen werden muss.

Glastonbury Festival 2022: Das Publikum steht vor der Pyramid Stage und eine Frau feiert beim Glastonbury Festival auf der Worthy Farm in Somerset.
Sollte man Menschenansammlungen besser meiden, um sich nicht mit Affenpocken anzustecken? (Archivbild: Glastonbury Festival 2022) © Joel C Ryan/dpa

Großveranstaltungen müssen nicht abgesagt werden: WHO mahnt aber zur Vorsicht

Das Ergebnis der Beratungen: Der Ausbruch der Affenpocken wird von der WHO vorerst nicht als Notlage von internationaler Tragweite eingestuft. Augenmerk des WHO-Gipfels lag unter anderem auf dem Umgang mit Großveranstaltungen wie Festivals. Besprochen wurde etwa, inwiefern diese die Ausbreitung der Affenpocken beschleunigen könnten. Doch die WHO kam zu dem Schluss: „Massenveranstaltungen als solches erhöhen nicht das Risiko der Übertragung, es ist das Verhalten auf diesen Events“, zitiert der Spiegel die Weltgesundheitsorganisation.

Aufklärung sei immens wichtig. So müssten die etwaigen Übertragungswege noch weiter ins Bewusstsein rücken, wie die WHO informiert. Dazu zählen enger Kontakt mit Affenpocken-Patienten, etwa beim Geschlechtsverkehr oder bei Berührung infizierter Stellen wie den Hautpocken.

Was gegen Affenpocken Wirkung zeigen soll, erfahren Sie im Beitrag „Ist eine Pockenimpfung sinnvoll? Fachgesellschaften sprechen sich für drei Maßnahmen gegen Affenpocken aus“. (jg)

Auch interessant

Kommentare