Gelbe Haut, braune Flecken oder Verhärtungen

Gefährliche Krankheiten: Deuten Sie diese Alarmsignale auf Ihrer Haut richtig

Rötungen, Unterlagerungen oder Pickel: Es gibt zahlreiche Reaktionen unserer Haut auf Umwelttoxine. Aber auch zugrunde liegende Krankheiten können der Auslöser sein.

Wenn die Haut unruhig ist, deutet das oftmals darauf hin, dass hormonelle Schwankungen, zu viel Stress oder Fast-Food die Übeltäter bei Pickelchen & Co. sind. Aber auch reizende Hautpflegeprodukte mit viel Alkohol oder Parfüm können bei besonders sensiblen Typen für allergische Reaktionen sorgen.

Hautveränderungen können auf schwere Krankheiten hinweisen

Doch ist unreine, gerötete Haut ein Dauerzustand, könnte ein tieferliegendes, gesundheitliches Problem dahinter stecken, sagt Dermatologin Dr. Joanna Gach vom Spire Parkway Hospital im englischen Solihull gegenüber dem britischen Mirror. "Die Haut ist das größte Organ des Körpers. Daher macht es auch Sinn, dass, wenn etwas im Inneren nicht stimmt, es sich auf der Oberfläche zeigt."

Wenn die Anzeichen zum Beispiel eines Ekzems mehrere Tage anhalten sollten, empfiehlt es sich, einen Hautarzt aufzusuchen. "Hoffentlich ist es dann etwas Harmloses, dass mit Medikamenten behandelt werden kann", so Gach. "Aber oftmals spürt man die gefährlichsten Krankheiten gar nicht, da sie keine Schmerzen verursachen. Daher ist es wichtig, etwaige Anzeichen ernst zu nehmen."

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Gelbe Haut, braune Flecken & Co.: Wann Sie sofort zum Hautarzt sollten

  • Die Haut verfärbt sich gelb: Dies könnte auf Gelbsucht hinweisen, meint Dr. Gach. Diese werde zwar oft bei Neugeborenen beobachten, könne aber auch Erwachsene treffen. Die Krankheit entsteht, wenn die Leberfunktion gestört ist und diese Giftstoffe nicht richtig aus dem Körper filtern kann. Infolgedessen baut sich eine Substanz namens Bilirubin auf, die für die gelbliche Verfärbung der Haut sowie der weißen Augenhaut verantwortlich ist. Ist das der Fall, wird ein Hautarzt mehrere Urin-und Bluttests veranlassen, um die Leberfunktion zu bestimmen.
  • Dellen bzw. Falten auf der Brust: Oftmals werden Frauen von Ärzten angehalten, ihre Brüste nach Knoten abzutasten, um Brustkrebs frühzeitig zu erkennen. Doch auch kleinere Dellen oder Falten auf der Brust können ein Indiz dafür sein, so die Dermatologin. Aber auch bei roten, heraustretenden Striemen oder Haut, die aussieht wie die Schale einer Orange, sollten die Alarmglocken schrillen. Daher rät die Dermatologin jeder Frau, dass, wenn diese Veränderungen mehr als drei Wochen bestehen und keine Vorgeschichte bezüglich Ekzemen oder Schuppenflechte bekannt ist, einen Hautarzt aufzusuchen.
  • Braune Flecken um den Nacken herum: Dabei soll es sich um ein Symptom der Zuckerkrankheit handeln, dass auch als "Acanthosis nigricans" bekannt ist. Betroffene, darunter meist Übergewichtige, haben dann dunklere, dickere Hautstellen um den Nacken herum sowie unter den Achseln oder in der Leistengegend. Meist fühlen sich diese auch trocken und rau an.
  • Ausschlag auf Füßen und Unterschenkeln: Kommen Grippe-Symptome und Bauchschmerzen hinzu, kann eine Infektion mit Hepatitis C dahinter stecken. Der Virus verbreitet sich durch verseuchtes Blut und sorgt dafür, dass die Haut nicht nur sehr schmerzt, sondern auch lila anläuft und sich Geschwüre um den Knöcheln bilden. Hepatitis C komme zwar nicht oft vor, wird sie aber nicht behandelt, kann es sogar tödlich enden, erklärt Gach weiter. Ein Bluttest beim Hausarzt sollte für Klarheit schaffen.
  • Schuppige, rötliche Erhebungen auf den Fingerknöcheln: Diese können hingegen auf eine sogenannte Dermatomyositis hinweisen. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Muskelkrankheit, die durch ein überaktives Immunsystem verursacht wird. Oftmals löst ein bösartiger Tumor die Überreaktion des Körpers aus. Ein weiteres Anzeichen dafür kann ein lilafarbener Ausschlag auf den oberen Lidern sein. Weitere Symptome sind: Unabsichtlicher Gewichtsverlust, Husten, Nachtschweiß, Erschöpfung und Mattheit.

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  • Die Haut verhärtet sich: Dahinter steckt oftmals eine Autoimmunkrankheit namens Scleroderma. Hier greift das gestörte Immunsystem das Gewebe unter der Haut und um die inneren Organe an. Die seltene Krankheit sorgt dafür, dass die Haut an Händen, Armen, Füßen und Gesicht verhärtet und seine Elastizität verliert.
  • Gelbe Erhebungen: Diese sind ein weiteres Indiz für Diabetes. Da diese den ganzen Körper betrifft, wird auch die Haut in Mitleidenschaft gezogen. Zu hohe Cholesterinwerte sowie eine Insulinresistenz führen bei Betroffenen dazu, dass die Haut harte, gelbliche und wachsartige Anhäufungen bildet.
  • Sehr trockene, schuppige Haut: Dies kann hingegen auf eine Schilddrüsenunterfunktion deuten. Wenn die Schilddrüsenfunktion gestört ist, hat das auch einen direkten Einfluss auf den Stoffwechsel von Haut und Haaren. Die Folge: Diese werden trocken und verlieren ihre Geschmeidigkeit. Daher empfiehlt es sich, einen Bluttest beim Hausarzt zu ordern und eine Unterfunktion mit Schilddrüsenhormonen wieder auszugleichen.

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  • Dunkle Falten auf der Handinnenfläche: Fühlen sich Betroffene daneben auch noch grippisch oder erschöpft und die Muskeln schwach, kann das ein erstes Anzeichen für eine Nebenniereninsuffizienz sein. In besonders schweren Fällen kommen außerdem Schwindel und Krämpfe hinzu. Zwar ist die Krankheit äußerst selten, dennoch sollten Sie sie bei etwaigen Symptomen fachlich abklären lassen, schließt Gach.

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jp

Hautkrebs - die unterschätze Gefahr

Rubriklistenbild: © Instagram / erryndundon (Screenshot)

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