Gesunde Zähne

Parodontitis behandeln: Welche Zahnprobleme Sie ernst nehmen sollten – und wie Sie dem Zahnverlust vorbeugen

Ein perfektes Gebiss hat fast niemand. Mit den Jahren steigt die Gefahr schmerzhafter Zahnprobleme, doch diesen können Sie einfach vorbeugen.
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Ein perfektes Gebiss hat fast niemand. Mit den Jahren steigt die Gefahr schmerzhafter Zahnprobleme, doch diesen können Sie einfach vorbeugen.

Eine fortgeschrittene Parodontitis führt dazu, dass die Zähne ausfallen. Doch dazu muss es nicht kommen. Mehr über Symptome und Therapie der Zahnkrankheit erfahren Sie hier.

Bei Parodontitis, oft auch als Parodontose bezeichnet, entzündet sich das stabilisierende Gewebe um den Zahn und auch der Knochen. Unbehandelt kann dies zum Ausfallen der Zähne führen* – jedoch in der Regel erst, wenn die Zahnerkrankung bereits fortgeschritten ist. Das Tückische: Parodontose beginnt oft schleichend, ohne dass die Betroffenen es bemerken. Doch wird die bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparates frühzeitig erkannt, kann sie gut behandelt werden.

Ihr Zahnarzt ist die erste Anlaufstelle bei Verdacht auf Parodontitis. Er wird untersuchen, ob sich bereits für Parodontitis typische Zahnfleischtaschen bei Ihnen ausgebildet haben. Diese entstehen, weil sich durch die Entzündung das Zahnfleisch vom Zahnhals ablöst. Es entstehen Spalten zwischen Zahn und Zahnfleisch, die sogenannte Zahnfleischtaschen. Bei einer fortgeschrittenen Parodontitis können sich die Zähne verschieben, anfangen zu wackeln oder beim Kauen wehtun, wie das Portal Gesundheitsinformation.de im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) informiert.

Folgende Symptome können auf Parodontitis hinweisen

  • gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch
  • Zahnfleischbluten
  • empfindliche und zunehmend sichtbare Zahnhälse
  • schmerzendes Zahnfleisch
  • Mundgeruch

Parodontitis behandeln: Zahnfleischtaschen und Zahnhälse reinigen

Diagnostiziert der Zahnarzt eine Parodontitis, sollte die Therapie sofort einsetzen, damit die Zähne nicht weiter gelockert werden und der knöcherne Unterbau des Zahns nicht weiter verloren geht. Wie die die Techniker Krankenkasse TK informiert, geht es bei der Behandlung einer Parodontose vor allem darum, die für die Entzündung des Zahnhalteapparates verantwortlichen Bakterien zu beseitigen. Ihr behandelnder Zahnarzt wird entsprechend weiche als auch harte und dunkel verfärbte Ablagerungen an den Zähnen entfernen. Auch die Reinigung der Zahnfleischtaschen und des Gewebes rund um die Zahnwurzel gehört zur Parodontitis-Therapie.

Auch maschinell betriebene Hilfsmittel wie etwa Ultraschall-Geräte können bei dieser gründlichen Reinigung zum Einsatz kommen, wie die Apotheken Umschau informiert. Die Behandlung werde unter örtlicher Betäubung durchgeführt und reiche in vielen Fällen aus, um die Entzündung in den Griff zu bekommen, heißt es weiter.

Ursachen von Parodontose

„Ursache für eine Parodontitis ist immer die Ansammlung von Bakterien in Form der Zahnbeläge (Plaque). Ohne Beläge kann weder eine Gingivitis noch eine Parodontitis entstehen“, heißt es auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (dgparo). Parodontitis würde sich entwickeln, wenn durch unzureichende Reinigung der Zähne die Zahnbeläge und damit die Menge der Bakterien im Mund zunimmt, heißt es weiter. Zunächst weicher Belag verfestigt sich in dem Fall durch Einlagerung von Mineralien. Ärzte sprechen dann von Zahnstein. Dieser fördert der dgparo zufolge das Wachstum von Plaque in Richtung Zahnwurzel. Infolge bilden sich Zahnfleischtaschen, die perfekte Bedingungen für Bakterien bieten und so Parodontose fördern.

Die Gifte aus dem Bakterienstoffwechsel sind nicht nur maßgeblich für die Entstehung von Parodontitis verantwortlich: Sie gelangen ins Zahnfleisch und von dort in den Blutkreislauf. Unbehandelt kann eine Parodontitis so das Risiko für Herzerkrankungen, Diabetes und Risikoschwangerschaften erhöhen, wie die dgparo informiert. Auch Bluthochdruck soll durch Zahnbettentzündungen gefördert werden, wie aus einer Studie hervorgeht.

Senkt professionelle Zahnreinigung Parodontose-Gefahr?

Um das Parodontose-Risiko zu senken, sollten Sie folgende Zahnpflege-Routinen beherzigen:

  • Kontrolltermin beim Zahnarzt: Mindestens einmal jährlich sollte ein Zahnmediziner den Zustand Ihrer Zähne prüfen. Bei ersten Anzeichen einer Parodontose wird er Ihnen Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden empfehlen und gegebenenfalls eine Behandlung einleiten.
  • Plaque verhindern: Plaque auf den Zähnen gilt als Hauptursache für entzündetes Zahnfleisch. Der Film aus Bakterien befindet sich meist direkt am Übergang zwischen Zahn und Zahnfleisch und kann in der Regel durch gründliche Zahnreinigung (tägliches Zähneputzen und Reinigen der Zahnzwischenräume) sowie professionelle Zahnreinigung immens reduziert werden.
  • Angebot der professionellen Zahnreinigung wahrnehmen: Bei der professionellen Zahnreinigung (PZR) handelt sich um eine individuelle Gesundheitsleistung, kurz IGeL, für welche die Krankenkassen in Deutschland nicht leistungspflichtig sind. Wie die Verbraucherzentrale informiert, ist die PZR immer eine Privatleistung, allerdings bezuschussen viele Krankenkassen sie freiwillig. Der IGeL-Monitor bewertet die PZR nach einer Abwägung von Nutzen und Schaden mit „unklar“, weil die Wissenschaftler keine belastbare Studie fanden, die einen Nutzen belegt, so die Verbraucherzentrale. Dies gelte aber nicht für Menschen mit hohem Parodontitis-Risiko, hier sei die professionelle Zahnreinigung eine sinnvolle Maßnahme.

Bei Zahnbettentzündung zum Parodontose-Experten

Wie die Verbraucherzentrale informiert, sollten Parodontitis-Patienten sich in die Hände von speziell qualifizierten Zahnmedizinern begeben. In Deutschland gibt es nur knapp 250 Fachzahnärzte für Parodontitis. Ähnlich gut qualifiziert, aber ebenso rar sind Zahnärzte mit der Fortbildungsbezeichnung „DGParo-Spezialist für Parodontologie“, informiert die Verbraucherzentrale. Ein „Tätigkeitsschwerpunkt Parodontologie“ dagegen sei wenig aussagekräftig, und den Begriff „Parodontologe“ oder „Spezialist für Parodontologie“ dürfe jeder verwenden, ohne Nachweis spezieller Kenntnisse. (jg) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mehr Quellen: https://www.gesundheitsinformation.de/zahnfleischentzuendung-und-parodontitis.html

Weiterlesen: Rückenschmerzen und dauernd krank? Das könnte an Ihren Zähnen liegen – ein Sportzahnarzt klärt auf.

Diese Dinge sind schlecht für Ihre Zähne

Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt.
Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden.
Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ...
Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen.
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