Vorsicht geboten

Professionelle Zahnreinigung: Darum kann sie für Sie sogar gefährlich enden

Eine professionelle Zahnreinigung kann für Verletzungen des Zahnfleisches sorgen.

Zahnärzte empfehlen, ein- bis zweimal im Jahr zur professionellen Zahnreinigung zu gehen. Schließlich sollen die Beißerchen so noch gründlicher blitzen. Doch ist dem wirklich so?

Manche schwören darauf, dass ihre Zähne nach einer professionellen Zahnreinigung (PZR) viel weißer strahlen als zuvor, andere wiederum merken erst dann, wie viel Zahnstein sich tatsächlich bereits gebildet hat - und auch zahlreiche Zahnärzte raten Patienten eindrücklich, ein- bis zweimal im Jahr das Gebiss gründlich reinigen zu lassen.

Professionelle Zahnreinigung: Schadet sie den Zahnoberflächen?

Allerdings handelt es sich hier um eine Zusatzbehandlung, die in den meisten Fällen vom Patienten übernommen werden muss. Da diese oftmals recht teuer werden kann, stellt sich die berechtigte Frage, ob eine professionelle Zahnreinigung wirklich so viel Sinn macht. So ist immer wieder von Kritikern zu hören, dass die verwendeten Produkte und Geräte gar den Beißerchen schaden können und sie angreifen.

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Doch Dr. Jan Gensler, Zahnarzt aus dem fränkischen Mellrichstadt, kann hier beruhigen. "Pulverstrahlgeräte können die Zahnoberfläche etwas aufrauen, aber dieser Effekt ist sehr gering", so Gensler gegenüber der Apotheken Umschau. Schließlich folge daraufhin noch der Polier-Vorgang, der die Zahnoberflächen wieder glättet. Zum Schluss versiegelt diese der Fluorid-Lack, worauf sie sich von der Prozedur erholen können.

Diese Risikogruppen sollten sich vor einer professionellen Zahnreinigung beraten lassen

Allerdings sollten Patienten, die Blutverdünner nehmen, ihren Dentist vor einer professionellen Zahnreinigung darauf hinweisen. Der Grund dafür: Manchmal kann es sein, dass unabsichtlich das Zahnfleisch verletzt wird. Ebenfalls sollten Sie Ihren Zahnarzt ansprechen, wenn Sie einen Herzschrittmacher oder künstliche Herzklappen haben. Um gefährlichen Infektionen vorzubeugen, wird Ihnen dieser dann vorab ein Antibiotikum verabreichen. Auch Implantate können bei einer PZR kleine Kratzer abbekommen, weshalb auch hier Vorsicht geboten ist.

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Karies, Parodontitis & Co.: Nur professionelle Zahnreinigung vornehmen lassen, wenn nötig

Generell gilt: Falls Sie sich zu einer professionellen Zahnreinigung entschließen, ist es ratsam, eine Vorkontrolle zu besuchen, um etwaige Probleme oder Unklarheiten abzuklären. Zudem sollten Sie darauf achten, dass nur der Zahnarzt oder eine dafür ausgebildete Zahnarztassistentin die PZR durchführen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, informieren Sie sich über alle Schritte genau und auch darüber, welche Geräte eingesetzt werden.

Prinzipiell sollten Sie laut der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf nur eine professionelle Zahnreinigung vornehmen lassen, wenn sie wirklich nötig ist. Zum Beispiel, wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Karies oder Parodontitis haben oder Implantate sowie Brücken oder Kronen tragen, so Dr. Jan Gensler, So sei ihm zufolge die PZ nicht für jeden pauschal geeignet  Ältere, Kinder, die eine Zahnspange tragen und Menschen mit empfindlichem Zahnfleisch können allerdings ebenfalls von einer professionellen Reinigung profitieren. Dies gilt ebenso, wenn Sie bereits an einer Zahnkrankheit leiden.

Ob bei Erwachsenen, die keine Parodontitis oder Ähnliches haben, eine professionelle Zahnreinigung nötig ist, bewertet der Medizinische Dienst der Krankenkassen dagegen als unklar.

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jp

Diese Dinge sind schlecht für Ihre Zähne

Snacks: Knabbereien wie Chips und Flips oder auch Gummibärchen, Bonbons und andere Süßigkeiten enthalten viel Zucker und Stärke. Diese wird von Plaque-Bakterien in Säure umgewandelt, die wiederum den Zähnen, genauer gesagt dem Zahnschmelz, schadet. Ein weiterer Nachteil: Snacks sorgen für eine verminderte Produktion von Speichel, der im Mund eine wichtige Schutzfunktion übernimmt.

Fruchtsäfte: Das Problem bei Fruchtsäften ist der teilweise hohe Zuckergehalt. Orangensäfte enthalten manchmal nur unwesentlich weniger Zucker als Limonaden.

Kaffee: Es ist kein Geheimnis. Kaffee sorgt für Verfärbungen der Zähne. Das gleiche gilt für das ...

Rauchen: Es erhöht zudem das Risiko für Entzündungen des Zahnfleisches und kann zu Zahnverlusten führen. Im schlimmsten Fall kann Rauchen auch Mund-, Lippen oder Zungenkrebs verursachen.

Piercings: Metalle von Piercings im Mundbereich schaden nicht nur den Zähnen, sondern auch dem Zahnfleisch. Dies kann teilweise gravierende Folgen haben, Zähne können im schlimmsten Fall sogar ausfallen.

Wein: Die in Rotwein enthaltenen chromogenen Moleküle und Tannine können zu einer Verfärbung der Zähne führen. Gleichzeitig schadet die Säure in Rot- und Weißwein dem Zahnschmelz.

Zähneknirschen: Speziell angefertigte Schienen können übermäßiges nächtliches Zähneknirschen und dadurch Schäden an der Zahnsubstanz vermeiden.

Essstörungen: Auch auf die Zähne können Sie sich auswirken. Denn Menschen etwa, die unter der Binge-Eating-Störung leiden, bekommen periodische Heißhungerattacken und verlieren die Kontrolle über Ihr Essverhalten. Dieses exzessive Essverhalten kann schädlich für die Zähne sein.   

Verpackungen oder Flaschen mit dem Mund öffnen: So wie im Bild sollte es eigentlich sein. Doch viele Menschen öffnen Bierflaschen oder andere Verpackungen mit den Zähnen. Das sollten Sie besser lassen, da die Materialien theoretisch splittern könnten. Auf alle Fälle ist das Öffnen von Verpackungen schädlich für die Zähne. Ähnlich ist es mit dem Stifte oder Fingernägel kauen.

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