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Bei Schnupfen: Nase putzen oder Rotz hochziehen?

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Von: Judith Braun

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Gehören Sie zu Team Hochziehen oder Team Schnäuzen? Mediziner empfehlen bei Schnupfen, den Nasenschleim hochzuziehen.

München – Heuschnupfen, Corona-Infektion oder Grippe: Wer aktuell krank ist und unter einer triefenden Nase leidet, hat vermutlich das nächste Taschentuch schon griffbereit in der Nähe liegen, um den unangenehmen Nasenschleim loszuwerden. Dabei kann man ihn über zwei Wege abtransportieren: Entweder man zieht das Nasensekret nach oben oder man schnäuzt sich. Aus medizinischer Sicht haben beide Transportwege ihre ganz eigenen Tücken.

Schnupfen: Nasenschleim hochziehen oder besser putzen?

Ärzte empfehlen bei Schnupfen den Nasenschleim hochzuziehen anstatt zu schnäuzen.
Ärzte empfehlen bei Schnupfen den Nasenschleim hochzuziehen anstatt zu schnäuzen. (Symbolbild) © stockyimages/IMAGO

Gehören Sie zu Team Schnäuzen? Dann sollten Sie ein paar Dinge beim Naseputzen beachten. Denn wenn Sie zu stark ins Taschentuch trompeten – dann beschwert sich nicht nur ihr Nachbar über das Konzert – sondern auch Ihr Ohr, da es so zu schmerzvollen Mittelohrentzündungen kommen kann. Dabei passiert folgendes: Der Nasenrachen ist mit dem Mittelohr über die sogenannte Ohrtrompete, die für Druckausgleich sorgt, verbunden. Wenn Sie nun schnäuzen, wird der Schleim der entzündeten Nasenschleimhaut über diese Verbindung direkt ins Mittelohr gedrückt. So kann eine Mittelohrentzündung entstehen, die sofort behandelt werden muss.

Gleichzeitig kann infektiöses Sekret bei zu hohem Druck aus dem Nasenrachenraum in die Nasennebenhöhlen gelangen. Dabei geht es den umgekehrten Weg als üblich: Denn normalerweise fließt das Sekret von den Nasennebenhöhlen in die Nase. Sind die Gänge nun aber wegen des Schnupfens oder Heuschnupfens zugeschwollen, staut sich der Schleim und es entsteht der perfekte Nährboden für Keime. Deshalb empfehlen Experten, den Nasenschleim besser hochzuziehen und nach oben abzutransportieren.

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Nasenschleim hochziehen: Mediziner raten dazu

Das Hochziehen und Herunterschlucken von Nasenschleim gilt weithin als unhygienisch, obwohl Mediziner sogar dazu raten. Denn ohnehin transportieren die Härchen der Nasenschleimhaut den Schleim immer in Richtung Magen, wo die Magensäure die Keime vernichtet. Dabei handelt es sich um eine natürliche Abwehrstrategie des Körpers. Experten empfehlen vor allem Menschen, die sich bereits einer Operation an den Nasennebenhöhlen unterzogen haben, den Nasenschleim hochzuziehen anstatt zu schnäuzen. So kann man verhindern, dass man noch mehr Schleim in die Nebenhöhlen presst.

Nasenschleim hochziehen oder schnäuzen: Was sollten Sie beachten?

Wer trotzdem lieber den Rotz ins Taschentuch schnäuzen möchte, sollte einige hygienische Maßnahmen beachten, um die Keime nicht weiter zu verteilen. Da es beim Schnäuzen zu einer Kontamination der Hände mit dem Nasensekret und den Keimen kommt, sollten Sie unbedingt Papiertaschentücher verwenden und sie umgehend entsorgen, insofern das möglich ist. Im Anschluss an das Naseputzen sollten Sie Ihre Hände idealerweise waschen. Am besten halten Sie zudem abwechselnd ein Nasenloch zu beim Schnäuzen und blasen Sie sanft durch das andere in Ihr Taschentuch. Ohnehin sollten Sie sowohl beim Schnäuzen als auch beim Hochziehen sachte sein.

Der Mythos, hochziehen sei ungesund, ist dabei nicht einmal so selten. Das zeigen Kommentare von Usern unter einem Instagram-Post des Content-Formats „funk“ von ARD und ZDF. „Früher als Kind von Muddi immer Ärger bekommen, beim hochziehen. Ihr erstmal direkt zeigen, dass ich wohl doch alles richtig gemacht hab“, äußerte sich eine Followerin. „Meine Kindheit war eine Lüge, ich höre die Worte meiner Oma im Gehörgang schallen ‚hör auf hochzuziehen, das geht ins Hirn!‘”, erging es einem anderen User wohl ähnlich. Indessen schwört eine weitere Userin inzwischen wohl auf den Rat vieler Ärzte: „Als langjähriger Nebenhöhlenserientäter mittlerweile Team #Hochziehen - und siehe da: besser.“

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

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