Finger weg!

Stiftung Warentest nimmt Kombipräparate unter die Lupe - mit vernichtendem Urteil

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Kombipräparate sollten Sie lieber mit Vorsicht genießen.

Kürzlich nahm die Stiftung Warentest Schmerzmittel genauer unter die Lupe. Neben Ibuprofen und Paracetamol wurden auch Kombi-Präparate getestet. Mit unerwartetem Ausgang.

Immer öfter schlagen Mediziner Alarm - schließlich sollen immer mehr (starke) Schmerzmittel verschrieben werden bzw. rezeptfrei in der Apotheke zu erwerben sein. Kritiker gehen davon aus, dass dies langfristig erhebliche Nebenwirkungen birgt.

Stiftung Warentest prüft Schmerzmittel auf ihre Wirkung - mit überraschendem Ergebnis

Schließlich raten sie, Ibuprofen & Co. nicht länger als vier Tage am Stück einzunehmen. Sie helfen zwar zuverlässig gegen Schmerzen, Fieber und Entzündungen, "bei längerer Einnahme kann es aber tatsächlich zu schweren Nebenwirkungen wie Magenblutungen oder Nierenschäden kommen", erklärt Sven Seißelberg, Apotheker bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse.

Ein Grund mehr für die Stiftung Warentest, Schmerzmittel genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu testete sie 1.500 Medikamente, darunter Diclofenac, Naproxen, Paracetamol oder Ibuprofen. Das Urteil fiel über letztere durchweg positiv aus - sie alle sollen von ihrer Wirkung her überzeugen. Sogar Paracetamol, das in den vergangenen Monaten in Verruf geraten war, da es angeblich zu schwerwiegenden Nebenwirkungen wie zum Beispiel Leberversagen führen könne, wurde als hilfreich und risikoarm eingestuft.

Warum Sie dagegen von Kombipräparaten besser die Finger lassen sollten

500 der getesteten Arzneien wurden allerdings negativ bewertet, dazu gehörten vor allem Kombi-Präparate, die mehrere Wirkstoffe aufwiesen. Der Grund dafür: Durch die Mischung mehrerer Substanzen ergänzen sich diese nicht sinnvoll - im Gegenteil. Im schlimmsten Falle können sich sogar mögliche Nebenwirkungen verstärken. Diese Schmerzmittel sind nach eingehender Prüfung bei Stiftung Warentest durchgefallen:

  • Doppel Spalt compact und Vivimed mit Koffein: Schmerzmittel (Acetylsalizylsäure bzw. Paracetamol) und Koffein
  • Neuralgin, Spalt, Thomapyrin und Tritralgan: Mischung aus Acetylsalizylsäure und Paracetamol

Das Problem dieser Kombipräparate bestehe laut Stiftung Warentest darin, dass nicht nur das Risiko einer zu langen Einnahme der Schmerzmittel, sondern auch etwaiger Nebenwirkungen steigen könne. So lautet das bittere Fazit des Verbraucherportals wie folgt: "Gegen Schmerzen reicht ein geeignetes Schmerzmittel allein, beispielsweise Acetylsalizylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol."

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jp

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