Neue Studie

Autobranche: So viele Jobs gefährdet die Elektromobilität - Zahlen lassen aufhorchen

Der Akku eines Elektroautos wird an einer Ladestation geladen. Foto: Hendrik Schmidt/zb/dpa
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Elektroautos haben nicht nur Vorteile.

Mit dem Rückgang von Verbrennungsmotoren fallen in der deutschen Autobranche mehr Arbeitsplätze weg, als Beschäftigte in Rente gehen.

Rund 613.000 Arbeitsplätze in Deutschland hängen nach einer Studie des Ifo-Instituts am Bau von Benzin- und Dieselautos. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa, Stand: 6. Mai). Mit dem Hochlauf der Elektromobilität stünden 2025 „zwischen 29 Prozent und 36 Prozent der betroffenen Beschäftigten zur Disposition“, also bis zu 221.000 Beschäftigte, heißt es demnach in einer am Donnerstag veröffentlichten Ifo-Studie im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie (VDA).

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Ifo-Institut: Bis zu 221.000 Stellen in der Autobranche auf der Kippe

Auch wenn etwa 86.000 der potenziell Betroffenen bis dahin in Rente gehen könnten, bleibe eine große Lücke: Annähernd 100.000 Menschen müssten bald eine neue Beschäftigung finden, sagte Studienleiter Professor Oliver Falck dpa zufolge. Umschulungen und Fortbildung* könnten den Rückgang abfedern. Aber ob Batteriezellen und andere Produkte künftig in Deutschland oder anderswo gefertigt werden, sei offen. Zur Stellenentwicklung unter dem Strich „würde ich keine Prognose wagen“, sagte Falck laut dpa.

Ifo-Präsident Clemens Fuest sagte, wie dpa zudem schreibt, es gehe um Menschen, die für eine bestimmte Tätigkeit spezialisiert sind und bisher meist gut verdienten. „Der einzelne Mensch ist nicht so einfach von A nach B zu versetzen“, sagte laut dpa zudem VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

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Konzerne könnten auch ausgelagerte Produktionsprozesse wieder zurück ins Unternehmen holen, sagte Falck dem Bericht zufolge. Aber das ginge dann auch zulasten von Zulieferern, die Teile für E-Autos entwickeln und herstellen. Kleine, auf wenige Produkte spezialisierte Betriebe könnten nicht mehr nachgefragte Teile oft gar nicht mehr durch andere Produkte ersetzen.

Mittelständisch geprägte Zuliefererbranche: Übergang zu E-Mobilität eine Herausforderung

„Vor allem für die mittelständisch geprägte Zuliefererbranche ist der Übergang zur Elektromobilität eine große Herausforderung, sagte Fuest laut dpa. 2019 lag der Produktionswert aller direkt vom Verbrenner abhängigen Produkte bei 149 Milliarden Euro. Aber E-Autos brauchen keine Motorblöcke, Zylinderköpfe, Kolben, Kraftstoffpumpen, Zündkerzen, Auspufftöpfe und Katalysatoren mehr. Auch Bremsen- und Kupplungshersteller sind betroffen, weil der Verschleiß geringer ist.

Forschung, Entwicklung und der Aufbau neuer Kapazitäten für E-Autos und Digitalisierung haben die Beschäftigung in der Autobranche bislang gestützt, heißt es weiter in dem dpa-Bericht. Inzwischen hätten die Autobauer und Zulieferer begonnen, Stellen abzubauen. „Eine zentrale Frage in den kommenden Jahren“ ist für die Ifo-Forscher, ob der Abbau paralleler Strukturen für Verbrenner- und Elektro-Autos und eine geringere Wertschöpfung etwa bei der Fertigung von Batterien weitere Stellen kostet.

Bis 2030 seien zwischen 215.000 und 289.000 Arbeitsplätze von der Transformation betroffen - „und dies schon auf der Basis der bisherigen Klimaschutzgesetze“, erklärten die ifo-Forscher demnach. Deutschland soll nach den neuen Plänen 2030 bereits 65 Prozent weniger CO2 ausstoßen und 2045 klimaneutral sein.

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