Tourismus

Atemberaubende Natur statt Marmor: Trends beim Luxusurlaub

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Großartiger Ausblick auf das Kwandwe Private Game Reserve in Südafrika: So sieht Luxus-Urlaub heute aus.

Zadar - Reisende mit großem Geldbeutel suchen immer mehr den besonderen Reiz. Außergewöhnliche Erlebnisse in atemberaubender Umgebung sind der neue Luxus, sagt Stefan Krämer von der Tui-Luxusmarke Airtours im Interview.

Riesige Zimmer, teure Marmorfliesen und 24-Stunden-Butler-Service? Alles schön, aber nicht mehr das einzig Entscheidende bei Reisenden mit großem Geldbeutel. Das hat zumindest Stefan Krämer, Leiter der Tui-Luxusmarke Airtours, beobachtet. Im Interview erklärt er, warum auch das Schnarchen von Elefanten Luxus sein kann und was ein Dinner für Zwei mitten in einem Reisfeld zu etwas ganz Besonderem macht.

Was bedeutet heute Luxusurlaub?

Krämer: Es geht immer mehr darum, immateriellen Luxus zu erleben. Vor zehn Jahren war noch die Zimmergröße oder die Einrichtung des Hotels das Entscheidende. Heute sehen wir, dass sich das Urlaubserlebnis vor allem aus dem Zusammenspiel mit der Umgebung ergibt. Das Besondere entsteht außerhalb des Hotels - aber natürlich braucht es das Hotel. Es geht darum, etwas Besonderes, etwas Einzigartiges in atemberaubender Natur zu erleben - und nicht mehr um goldene Wasserhähne.

Geben Sie uns ein Beispiel.

Krämer: Da ist die Lodge in Botswana, da kann ich auf einem Stelzenbett direkt bei den Elefanten übernachten unter freiem Himmel und hören, wie die Elefanten nachts schnarchen. Das ist dann die erste Geschichte, die ich nach dem Urlaub zu Hause erzähle.

Sie rufen da einen neuen Trend aus...

Krämer: Wir hören das von den verschiedenen Seiten. Zum einen fragen es die Kunden immer mehr nach, zum anderen haben wir bei den Hotels mittlerweile eine kritische Masse erreicht. Ich finde, da kann man auf jeden Fall von einem Trend sprechen.

In welchen Regionen lässt sich das besonders beobachten?

Krämer: Afrika steht da natürlich an erster Stelle, aber auch in Asien gibt es mittlerweile tolle Angebote. Ich denke da zum Beispiel an ein Dinner für Zwei direkt in einem Reisfeld in China. Auch in den Alpen gibt es erste Häuser.

Verändert sich dadurch die Kundschaft? Wer macht solche besonderen Reisen?

Krämer: Das sind in der Regel nicht die Neulinge. Eine gewisse Erfahrung in Sachen Reisen gibt es da in der Regel schon. Das bedeutet aber nicht, dass es nur älteres Publikum ist. Das ist für uns auch eine Chance, jüngeres Publikum anzusprechen.

Ist solcher Urlaub denn noch einmal teurer?

Krämer: Dadurch dass die Hotels noch einmal deutlich kleiner sind, steigen natürlich auch noch einmal die Preise. Und natürlich kosten zusätzliche Erlebnisse auch noch einmal extra. Aber es ist eben ein ganz besondere Erlebnis, die Große Migration aus der Luft zu sehen. Dann sind einige eben auch bereit, sich da ein Flugzeug zu chartern.

Wie reagiert Airtours auf diesen Trend?

Krämer: Wir bieten ab dem kommenden Winter die Produktlinie Natural an. Häuser, die solche besonderen Angebote machen, erkennen Urlauber an einem besonderen Signet. Wir beginnen da mit rund 25 Hotels, das kann sich dann leicht steigern - die 100 werden wir aber sicher nicht erreichen. Das soll nichts Inflationäres werden. Das reicht vom kleinen Strandhotel direkt an den Klippen bis zur luxuriösen Lodge in einem privaten Wildreservat.

dpa

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