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Quadratische Wellen im Meer: Darum sollten Sie bei diesem Phänomen das Wasser verlassen

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Von: Franziska Kaindl

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Ein Stein liegt am Strand und wird von Wellen umsäumt.
Ein Stein liegt am Strand und wird von Wellen umsäumt. © Heiko Küverling/Imago

Haben Sie schon jemals quadratische Wellen auf dem Meer gesehen? Hierbei handelt es sich um ein nicht ungefährliches Phänomen.

Allein der Klang des sanften Rauschens von Wellen wirkt auf viele Menschen beruhigend. Doch gleichzeitig ist klar – das Meer kann auch unberechenbar sein. Besonders, wenn das Wasser eine Art Schachbrettmuster bildet, sodass die Wellen wie Quadrate wirken, droht Gefahr für Schwimmer und für Schiffe. Was hinter der sogenannten „Kreuzsee“ steckt, erfahren Sie hier.

Quadratische Wellen: Das steckt hinter dem Phänomen der „Kreuzsee“

Meereswellen sind das Ergebnis von Wetterereignissen. In Tiefdruckgebieten wehen starke Winde in der Nähe der Erdoberfläche, und damit auch dem Meer, und bringt es in Wallung. Auch die Kreuzsee entsteht durch Winde, wie Dr. Ralf Weisse vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht für Material- und Küstenforschung vor einiger Zeit dem Online-Portal Travelbook erklärte: „Wellen bewegen sich auf dem Wasser in verschiedenen Richtungen, je nachdem, wie der Wind weht. Die Kreuzsee entsteht, wenn der Wind seine Richtung wechselt, zum Beispiel beim Durchzug einer Kaltwetterfront. Dann treffen, bedingt durch den Richtungswechsel, quasi ‚neue‘ Wellen auf alte, die bereits vorher entstanden waren.“ Je stärker der Wind wehe, desto höher würden auch die Wellen sein.

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Wellen in Form eines Schachbrettmusters sind laut dem Experten aber ein Sonderfall, was Kreuzwellen angeht. Dieser trete in der Regel auf, wenn die Wellen auf ein Hindernis treffen und sie dadurch ihre Richtung ändern. „Normalerweise zeigen Kreuzwellen ein chaotisches Muster“, so Dr. Weisse. Das Naturphänomen lässt sich besonders beeindruckend an der Île de Ré, die vor der Westküste Frankreichs liegt, beobachten, wie das Magazin GEO berichtet. Viele Fotografen und Meeresbiologen zieht es dort hin, um die Schachbrettwellen aus nächster Nähe zu sehen. Doch laut Dr. Weisse kommt es auch an der Nordsee häufiger zur Kreuzsee, da hier häufig Kaltfronten durchziehen würden.

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Darum ist die Kreuzsee gefährlich

So beeindruckend die quadratischen Wellen auch aussehen – unterschätzt werden sollten sie nicht. Gerade für die Schifffahrt stellt das Phänomen eine Herausforderung dar: „Kapitäne versuchen ja normalerweise, in einem kleinen Winkel auf Wellen zuzufahren, da sie von der Seite kommend für die Stabilität des Schiffes gefährlicher sind. Kommen diese jetzt aber aus verschiedenen Richtungen, ist es natürlich schwerer, sich darauf einzustellen und eine potenzielle Gefahr richtig einzuschätzen“, erklärt Dr. Weisse laut Travelbook. In Strandnähe stelle die Kreuzsee aber keine Gefahr dar, da sich Wellen stets in Richtungen der Küsten ausrichten würden. Dennoch weist die GEO daraufhin, dass Strömungen so stark sein können, dass auch gute Schwimmer keine Chance haben. (fk) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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