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Lufthansa mit großer Änderung beim Boarding: Passagiere mit Gangplatz ziehen den Kürzeren

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Lufthansa plant neues System beim Einsteigen.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst: So lautete bisher die Devise beim Boarding eines Flugzeugs. Das wird sich bei Lufthansa in Zukunft jedoch ändern.

  • Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss führen demnächst ein neues Boarding-System ein.
  • Passagiere steigen in Gruppen entsprechend ihres Sitzplatzes ein.
  • Passagiere mit Gangplatz könnten Probleme mit dem Handgepäck bekommen.

Sobald am Gate zum Boarding aufgerufen wird, eilen die ersten Passagiere nach vorne, um möglichst schnell ihren Platz im Flugzeug einzunehmen. Zum einen wartet es sich auf dem Sitzplatz gemütlicher und zum anderen stauben Sie so einen Platz in den begrenzten Handgepäcksfächern ab. Damit wird bei Fluggesellschaften wie Lufthansa, Austrian Airlines und Swiss schon bald Schluss sein. Hier wird nämlich noch vor Ende des Jahres ein neues Boarding-System eingeführt.

Lufthansa führt neues Boarding-System sein: Jetzt entscheidet der Platz über die Reihenfolge

Und dieses dürfte Gangplätze in Zukunft noch unattraktiver machen: Während manche Flugpassagiere zwar gerne außen sitzen, weil sie sich dann einfacher die Beine vertreten können, sitzen andere nur ungern am Durchgang - insbesondere in der Nähe der Toilette - oder sind genervt, wenn sie ständig ihre Sitznachbarn herauslassen müssen und keinen Blick aus dem Fenster erhaschen können. Durch das neue Boarding-System, dass Lufthansa einführen will, müssen sich Passagiere mit Gangplatz mit einem weiteren Nachteil herumschlagen - sie sind nämlich die letzten beim Boarding.

Das neue Boarding-System sieht nämlich vor, dass Passagiere in Gruppen entsprechend ihres Sitzplatzes in die Maschine einsteigen. Heißt: Flugreisende mit Fensterplatz steigen zuerst ein, dann folgen Urlauber mit Mittelplatz und zum Schluss die Passagiere mit Gangplatz. Lufthansa testete dieses neue System, dass sich "Wilma" (Window, Middle and Aisle, dt.: Fenster, Mitte, Gang) nennt, schon im Frühjahr und ist überzeugt davon: "Für das Boarding sind 20 Minuten angesetzt, und mit dem 'Wilma'-System war es zwei bis drei Minuten schneller abgeschlossen", erklärte eine Sprecherin der Airline dem Online-Portal Reisereporter.

Schon am Donnerstag (7. November 2019) führt die Lufthansa das neue System für Kurz- und Mittelstreckenflüge innerhalb Europas ein, allerdings vorerst noch nicht an den Flughäfen Frankfurt und München. Hier soll die Änderungen - genauso wie bei Langstreckenflügen - im Laufe des nächsten Jahres folgen. Swiss führt das "Wilma"-System ebenfalls am 7. November ein, bei Austrian Airlines ist der Startschuss im Dezember in Wien.

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Neues Boarding-System: Was ist mit Business-Class und Familien?

Das neue Boarding-System betrifft nur Passagiere der Economy-Class. Für die übrigen Reisenden ändert sich nichts. Das bedeutet:

Boarding-Gruppe

Passagiere

Pre-Boarding

Familien mit Babys und Kindern unter fünf Jahren, alleinreisende Kinder, Reisende mit Behinderung

Gruppe 1 und 2

Vielflieger mit Status Hon-Circle, Senator oder Star Alliance Gold/

Business-Class-Passagiere, Economy-Flex-Reisende

Gruppe 3

Economy-Class-Passagiere mit Fensterplatz

Gruppe 4

Economy-Class-Passagiere mit Mittelplatz

Gruppe 5

Economy-Class-Passagiere mit Gangplatz

In welcher Gruppe Sie sind, können Sie an der Ziffer hinter der Abkürzung GRP (Gruppe) auf Ihrer Bordkarte ablesen.

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Reisende mit Gangplatz: Wo kommt das Handgepäck hin?

Passagiere mit Gangplatz fragen sich nun zurecht, wo sie ihr Handgepäck verstauen sollen. Schließlich müssen die Reisenden, die zuletzt einsteigen, meist damit rechnen, dass der Stauraum schon voll ist. Dazu meint eine Lufthansa-Sprecherin: "Wenn absehbar ist, dass ein Flug voll ausgelastet ist, werden Passagiere darüber vorab per App informiert. Sie haben dann die Möglichkeit, ihr Handgepäckstück kostenlos einzuchecken."

Umfrage: Wie finden Sie das neue Boarding-System?

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