Siebenbürgen: Der Schatz jenseits der Wälder

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„Mystisch und geheimnisvoll“: Schauspielerin Dorka Gryllus  hat in Siebenbür gen ihre Kindheit verbracht. Berühmt ist das Land durch Bram Stokers Vampirroman Dracula. Auf Schloss Bran soll er zu Hause sein.

Der Roman um Dracula, einen mysteriösen Grafen und sein geheimnisvolles Schloss, hat diese Region in der Mitte Rumäniens berühmt gemacht: Siebenbürgen oder Transsilvanien...

...das Land jenseits der Wälder, wie der Name übersetzt heißt. Wie kaum eine andere Region in Europa steht Siebenbürgen aber auch für Heimat. Und für Heimatverlust. Darum geht es in einem Fernsehfilm, den das ZDF am Montag zeigt. Eine der Hauptrollen spielt Dorka Gryllus, die als gebürtige Ungarin zu Siebenbürgen eine ganz besondere Beziehung hat. Hier erzählt sie von ihren Kindheitserinnerungen, ihren Gefühlen bei der Wiederkehr und gibt Tipps für Urlauber, die das Land jenseits der Wälder heute besuchen wollen.

Schauspielerin Dorka Gryllus erzählt:

"Das Thema Siebenbürgen mit seiner Geschichte hat mich sehr gereizt. Allein deshalb, weil ich schon als Kind oft dort war und einen engen Bezug zu der Region habe. Ich bin in Budapest geboren, aber da Siebenbürgen so nah war und dort eine ungarische Mehrheit lebt, bin ich oft dort gewesen. Ich habe auch vorher schon einmal einen Film dort gedreht.

Ich mag Siebenbürgen sehr. Es hat so etwas Mystisches und Geheimnisvolles. Ein bisschen ist es dort so wie in einer Märchenlandschaft.

Neben den Dreharbeiten hatten wir immer wieder mal Zeit für Ausflüge. So konnte ich das Land meiner Kindheit noch intensiver kennenlernen. Bei diesem Dreh habe ich sehr viel über die Kultur der Sachsendeutschen erfahren. Auch die ungarische Kultur ist in Siebenbürgen eigentlich noch viel ursprünglicher vorhanden als in Ungarn selbst.

Natürlich ist Siebenbürgen kein klassisches Reiseland, auf jeden Fall aber ist es eine Reise wert. Die Natur ist noch sehr ursprünglich. Es ist fast wie eine Zeitreise in die Vergangenheit, ein Trip, der entschleunigt. Die Leute fahren noch mit Pferdekutschen und auf der Straße versperren einem schon mal ein paar Kühe oder eine Schar Gänse den Weg. In den Wäldern gibt es sogar noch wilde Bären.

Schön sind auch die vielen Seen. Meine Lieblingsseen sind der Sankt-Anna-See, der einzige vulkanische See Rumäniens in den Ostkarpaten, und der Mördersee in der Nähe von Gheorgheni, der viel romantischer ist als sein schrecklicher Name vermuten lässt. Zu diesem Namen kam er, als 1838 große Erd- und Gesteinsmassen ins Tal rutschten und mehrere Gebirgsbäche stauten, so dass der See entstand. Bei dem Erdrutsch hat es wohl auch Tote gegeben, was dem See den Namen gab. Von dem versunkenen Wald ragen bis heute die Stämme aus dem Wasser.

Sehenswert ist natürlich auch das Schloss Bran in der gleichnamigen Ortschaft, das gemeinhin als Schloss Dracula gilt. Es kann auch besichtigt werden.

Neben der Natur gibt es in Siebenbürgen auch einige sehenswerte Städte, wie beispielsweise Birthälm mit seiner so genannten Kirchenburg, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Dort haben wir auch gedreht. Oder Hermannstadt, das 2007 Kulturhauptstadt war mit seinen zwei schönen Marktplätzen. Einer meiner Lieblingsplätze dort ist das Amadeus-Café.

Wer Lust auf Kultur hat, ist in Cluj, Klausenburg, mit seinen zahlreichen Theatern gut aufgehoben. Nach Bukarest, Timisoara und Iasi ist das die viertgrößte Stadt Rumäniens. Die Stadt liegt ganz romantisch an einem Fluss, dem Somesul Mic, umgeben von Bergen und Wäldern, und hat einen sehr schönen historischen Ortskern. Ursprünglich stammt der Name der Stadt von den Brüdern Georg und Martin von Klausenburg, die beide zu den wichtigsten europäischen Bildhauern des 14. Jahrhunderts zählen.

Sehr nett wohnt man in Cluj im Hotel Agape im historischen Zentrum ganz in der Nähe der St. Michaelskirche. Im Hotelrestaurant wird ausgezeichnete Küche serviert. Empfehlenswert sind die Suppen oder verschiedene Krautgerichte. Das Essen ist eine Mischung aus ungarischer und rumänischer Küche. Ich liebe es sehr! Kein großer Fan bin ich allerdings von dem berühmten Maisbrei, den viele Touristen mögen. Schön ist in Cluj auch das Literaturcafé Bulgakow. Egal, wo man isst, man sollte unbedingt den Schnaps Palinka probieren, der in Rumänien gebraut wird. Ich mag am liebsten den Pflaumenschnaps. Er ist sehr lecker, aber – Vorsicht! – auch sehr stark!"

DIE REISE-INFOS ZU SIEBENBÜRGEN

REISE-INFOS REISEZIEL Siebenbürgen oder Transsilvanien ist eine 57.000 Quadratkilometer große Region (vgl. Bayern: 70.000 Quadratkilometer) mitten in Rumänien. Sie ist von den Karpaten umschlossen. Der Name bezieht sich auf die sieben Burgen in Bistrita, Brasov, Cluj, Medias, Sebes, Sibiu und Sighisoara.

ANREISE Mit dem PKW sind es von München über Salzburg, Budapest und Oradea etwa 1.145 Kilometer nach Cluj. Die Lufthansa fliegt täglich von München nach Cluj. Preise ab ca. 170 Euro.

VERANSTALTER Geldhauser bietet vom 25. August bis 5. September eine 12-tägige Busreise nach Rumänien mit Besichtigung der kulturellen Sehenswürdigkeiten Siebenbürgens an. Ab 1.115 Euro pro Person im DZ. Tel. 089/22 08 61, www.geldhauser.de.

Rockstar Peter Maffay

MAFFAY-KONZERT Rockstar Peter Maffay, selbst in Siebenbürgen geboren, gibt am 25. Mai beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl ein Benefizkonzert zugunsten eines Kinderheims, das er in Radeln in Siebenbürgen eröffnet hat.

TV-TERMIN Das ZDF zeigt den Film „Das Geheimnis in Siebenbürgen“ am Montag, 14. Mai, um 20.15 Uhr. Gedreht wurde in Biertan, Valea Vilor, Sighisoara, Valchid und Sibiu.

WEITERE INFOS über das Rumänische Fremdenverkehrsamt in Berlin, Tel. 030/ 241 90 41, Internet: www.rumaenien-tourismus.de.

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