Buntes

Bunt, bunter, Holi Festival - Indien-Import lockt Tausende

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Wer ein Holi Festival besucht, sollte ältere Kleidung anziehen, um die es nicht schade ist - denn oft geht die Farbe nur mit Mühe oder gar nicht mehr raus.

Wiesbaden/Mainz - Das Partyvolk feiert, tanzt und ist quietschbunt. Bei Holi Festivals bewerfen sich die Feiernden mit Farbe. Das Original stammt aus Indien, bei uns wird es zum Event für junge Leute.

Wir sind alle gleich, und alle sind wir gleich bunt: Zu diesem Motto versammeln sich auch in diesem Sommer Tausende junge Leute auf sogenannten Holi Festivals. Sie bewerfen sich dabei immer wieder mit farbenfrohem Pulver und bilden am Ende einen kollektiven Regenbogen. "Es war total friedlich und es hat jedem Spaß gemacht, mit diesen komischen Farben zu werfen", erzählt Laura aus Wiesbaden. Die 17-Jährige war vor kurzem in Mainz auf einer dieser Partys, die es in zahleichen deutschen Städten gibt.

Das Original-Holi Fest wird in Indien gefeiert, im Frühling und zu Ehren des hinduistischen Gottes Krishna. Während der Feierlichkeiten fallen die sozialen Schranken: Die Menschen sind gepudert in Pink, Gelb oder Grün - die Farben verwischen alle Unterschiede.

"Die Idee hinter dem Fest hat uns begeistert", sagt Maxim Derenko, Mitbegründer der Berliner Veranstaltungsfirma Holi Concept, die seit 2012 Holi Festivals organisiert. Den "Holi-Geist", insbesondere die Werte Gleichheit, gegenseitiger Respekt und Toleranz, sollen auch die Besucher der hiesigen Partys spüren. Die friedliche Stimmung und die lockere Atmosphäre seien das Besondere an den Festivals, sagt Veranstaltungsleiter Christian Fischer von Justa-Event in Hannover. Die Firma organisiert ebenfalls seit 2012 den Farbenrausch.

"Holi Festivals wirken herrlich unverdorben und keusch", sagt der Würzburger Jugendforscher Heinz Reinders. Sie seien eine hervorragende Möglichkeit, sich auszutoben, aber in einem positiven Rahmen. "Mit der indischen Kultur wird Friedfertigkeit oder Gewaltlosigkeit assoziiert, positive Werte also." Es seien aber Klischees: "Eine echte Anbindung an Spiritualität ist nicht gegeben."

Reinders zufolge sind die Festivals mittlerweile eine fest kommerzialisierte Jugendkultur. "Den indischen Spirit zu beschwören ist ein tolles Marketinginstrument." Die Partys zögen auch deshalb junge Leuten an, weil sie sich stärker als etwa bei Konzerten beteiligen könnten. "Hier werden die Teilnehmer selbst zu Akteuren."

Zu Elektromusik und im Stundentakt werfen die Besucher die Farben in die Luft. Um sich vor dem bunten Staub zu schützen, trug Laura Mundschutz und Sonnenbrille. Dazu hätten die Organisatoren geraten, was sinnvoll gewesen sei: "Ohne den Mundschutz kriegt man kaum Luft."

Die Veranstalter Maxim Derenko und Christian Fischer betonen, dass ihr Pulver - aus Reis- oder Maismehl und Lebensmittelfarbe bestehend - gesundheitlich unbedenklich sei. Die Farben beschäftigen mittlerweile auch die Behörden. Für eine Beurteilung der Produkte ist nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung die rechtliche Einordnung entscheidend, diese sei aber noch nicht geklärt.

Um sicher feiern zu können,

rät das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu Mund- und Augenschutz sowie langer Kleidung. Das Pulver sollte niemals direkt aufs Gesicht gezielt werden, auch Einatmen und langer Hautkontakt sollten vermieden werden. Reizungen bis hin zu allergischen Reaktionen könnten die Folge sein, so das Amt. Nach Angaben des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit können insbesondere bei empfindlichen Personen Beeinträchtigungen wie Atembeschwerden nicht ausgeschlossen werden. Allerdings seien bisher keine Fälle bekanntgeworden.

Es gibt auch Berichte von Feiernden, dass sie die Farbe nur mit Mühe abbekommen haben. In Einzelfällen könnten Farbpartikel an blondierten oder vorbehandelten Haaren zunächst anhaften, räumen die Veranstalter ein. Holi-Besucherin Laura hatte damit keine Probleme: "Ich musste mir halt ein paar Mal mehr die Haare waschen."

dpa

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