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Junifall bei Obstbäumen: Was tun?

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Äpfel
Damit Äpfel gut ausreifen können, sollten nicht zu viele Früchte am Baum sein. Deswegen dünnen viele Bäume im Laufe des Juni ihren Bestand aus. © Zacharie Scheurer/dpa-tmn/Archivbild

Besonders im Juni verlieren Apfelbäume und andere Kernobstbäume viele ihrer kleinen, noch unreifen Früchte. Das ist nicht nur völlig normal - es ist sogar gut, wenn Baumbesitzer da etwas nachhelfen.

Berlin - Werfen Apfel-, Birnen- oder Zwetschgenbaum im Juni viele ihrer unreifen Früchte ab, muss man sich keine Sorgen machen. Es ist ein natürliches Phänomen, das Obstbauern als den Junifall bezeichnen.

Nach der Bestäubung setzen die Bäume meist mehr Früchte an, als bis zur Ernte ausreifen können. Einige Sorten werfen daher schwächere Exemplare ab, um die Stärkeren besser versorgen zu können.

Beim Junifall sind Hormone im Spiel

Das geschieht über Hormone, die zum Beispiel der Apfelkern bildet. Der Hormonwert ist umso höher, je mehr Kerne sich in der Samenkammer befinden - da damit die Chance eines Apfelbaums steigt, sich zu verbreiten.

Ist der Wert zu gering, bildet der Baum eine Korkschicht am Stielansatz der Früchte. Damit schneidet er die Früchte von der Nährstoffversorgung ab, und sie fallen schließlich von den Ästen ab.

Laut der Landwirtschaftskammer NRW werfen zum Beispiel die Apfelsorten 'Elstar', 'Jonagold' und 'Cox Orange' besonders viele unreife Früchte im Juni ab.

Profis helfen der Natur sogar nach: Obstbauern entfernen per Hand oder mit der Schere überschüssige Früchte. Zwar reduziert sich dadurch augenscheinlich erst mal ihre Ernte, aber die verbleibenden Früchte werden nicht nur größer, sie schmecken auch besser, so die Fachgruppe Obstbau im Bundesausschuss Obst und Gemüse.

Außerdem würden sehr viele Früchte am Baum die Blütenbildung für das folgende Jahr blockieren. So umgehen die Profis die sogenannte Alternanz, den Wechsel von guten und schlechten Erntejahren.

Das Ausdünnen lohnt sich bei vielen Obstsorten

Das lässt sich natürlich auch im Privatgarten nachmachen: Die Gartenakademie Rheinland-Pfalz rät, die Fruchtzahl so zu reduzieren, dass am Apfel- und Birnenbaum bei Sorten mit kleinen Früchten nur eine Frucht pro Fruchtstand übrig bleibt. Bei Sorten mit großen Früchten können zwei pro Fruchtstand am Baum hängen bleiben.

Auch Zwetschgen kann man ausdünnen, wenn sehr viele Fruchtansätze am Baum hängen - sogar ganze Äste herausschneiden. Die Gartenakademie empfiehlt, etwa 20 bis 25 Früchte pro Meter Fruchtholz zu behalten.

Bei Pfirsich und Nektarine sollte zwischen den Früchten Raum für eine Faust bleiben. Bei Aprikosen genügend Platz für drei Finger. dpa

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