Anschlussfinanzierung:

Welche Optionen Sie beim Immobilienkredit haben

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Mit der Anschlussfinanzierung des Immobiliendarlehens ist das Aufsetzen eines neuen, zu unterzeichnenden Vertrages verbunden.

Wenn Sie einer der vielen glücklichen Immobilienbesitzer hierzulande sind, die sich vor Jahren ihren Traum vom Eigenheim erfüllen konnten, haben Sie zur Finanzierung sicherlich auf ein Immobiliendarlehen zurückgegriffen.

Läuft bei diesem in Kürze die Zinsbindungsfrist aus, ohne dass der gesamte Kredit zu diesem Zeitpunkt getilgt sein wird, müssen Sie sich rechtzeitig über die Anschlussfinanzierung Gedanken machen. Welche Optionen Sie dabei haben und was wann sinnvoll ist, lesen Sie im Folgenden.

Anschlussfinanzierung zur weitergehenden Tilgung des Kredits

Die Wichtigkeit der Anschlussfinanzierung eines Immobiliendarlehens wird von vielen Haus- und Wohnungsbesitzern trotz ihrer enormen Relevanz oftmals nicht hinreichend erkannt – und das, obwohl je nach Höhe der Restschuld und der bisher gezahlten Zinsen am Ende mit der richtigen Vorgehensweise große Ersparnisse erzielt werden können.

Notwendig wird die Anschlussfinanzierung immer dann, wenn Sie vor etlichen Jahren einen Kredit zum Bau oder Kauf eines Hauses respektive einer Wohnung aufnehmen mussten, der nach der in Kürze auslaufenden Zinsbindungsfrist nicht vollständig getilgt sein wird.

Dass nach der Periode der Zinsfestschreibung noch Restschulden vorhanden sind, ist bei Immobiliendarlehen mit gängigen Tilgungsquoten und Eigenkapitalanteilen die Regel. Wie in diesem Ratgeber anschaulich dargelegt wird, haben Sie als Kreditnehmer bei der Anschlussfinanzierung grundsätzlich die Wahl, ob Sie sich für die Prolongation oder die Umschuldung entscheiden möchten.

Abgeleitet wird die Prolongation aus dem Lateinischen „prolungare“, was so viel wie „verlängern“ bedeutet.

Was sind die Unterschiede zwischen Prolongation und Umschuldung?

Entscheiden Sie sich für diese Form der Anschlussfinanzierung, bleiben Sie bei Ihrem bisherigen Darlehensgeber und schließen im Rahmen eines neuen Vertrages eine weitergehende Zinsvereinbarung ab. Anders, als viele Personen glauben, entsprechen die Zinssätze dabei nicht zwangsläufig den bisherigen, sondern können in Form von neuen Konditionen verhandelt werden.

Der Ablauf sieht so aus, dass Sie üblicherweise von Ihrem Kreditgeber einige Zeit vor dem Auslaufen der Zinsfestschreibung ein neues Angebot erhalten. Dieses können Sie dafür nutzen, aktiv zu werden, andere Offerten einzuholen und ebenso im Netz nach günstigeren Anbietern Ausschau zu halten.

Sollten Sie nicht rechtzeitig ein entsprechendes Angebot von Ihrer Bank zur Prolongation erhalten, können Sie ebenso selbst eine Anfrage stellen – idealerweise verbunden mit dem Hinweis, dass Sie über einen Wechsel des Kreditgebers nachdenken. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen Ihre Bank eine besonders günstige Offerte zukommen lässt.

Klappt dies nicht, ist die Umschuldung für Sie die richtige Wahl. Dabei wechseln Sie den Darlehensgeber bei Ablauf der Zinsbindung, woraufhin Sie künftig an diesen die Raten zur Begleichung der Restschuld zahlen müssen. Im Gegenzug erhält Ihr neuer Kreditgeber die Grundschulden zur Absicherung.

Wie ist der Ablauf und welche Finanzierungsoption ist empfehlenswert?

Ob sich am Ende für Sie die Prolongation oder die Umschuldung mehr lohnt, ist von einer Reihe von Faktoren abhängig. Sie dürfen nicht vergessen, dass bei der Umschuldung Notar- und Grundbuchgebühren zu zahlen sind. Diese betragen allerdings in den meisten Fällen nur wenige hundert Euro.

Vor dem Ablauf der Umschuldung an sich müssen Sie keine Angst haben, da dies die Kreditinstitute untereinander regeln. Dennoch ist die Prolongation für Sie unbestritten der komfortablere Weg, zumal der Vergleichsaufwand bzw. derjenige für die Suche nach einem neuen Darlehensgeber entfällt.

Hinzu kommt, dass bei der Umschuldung Ihre Bonität erneut überprüft werden muss, verbunden mit der Erstellung eines Immobilien-Gutachtens. Das heißt, Sie müssen Einkommensunterlagen, Objektunterlagen, intendierte Modernisierungen und weitere Dokumente offenlegen.

Kalkulieren Sie individuell, wie viel Geld Sie bei einer Umschuldung sparen können und setzen diese Ersparnisse ins Verhältnis zum entstehenden Aufwand, werden Sie am Ende die für Sie korrekte Entscheidung treffen.

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