Wohnen

Wohnmangel oder nicht? Wann Graffitis zu beseitigen sind

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Bemalte Hausfassade in Berlin Friedrichshain: Sind Graffitis in einer Gegend üblich und die Miete nicht allzu hoch, müssen Mieter sich mit dem Gesprayten wohl abfinden.

- Berlin (dpa/tmn) -Graffitis an der Fassade oder im Eingangsbereicheines Wohnhausesempfinden viele Mieter als störend. Ob das Gesprayte jedocheinenerheblichen Mangel darstellt, hängt vomEinzelfall ab.

Darauf weist der Eigentümerverband Haus & GrundDeutschland hin.Entscheidend sind das Umfeld des Hauses, die Höhe derverlangten Miete und der Zustand des Gebäudes bei Abschluss desMietvertrages, entschied dasAmtsgericht Hamburg (Az.: 44 C 209/03).

Mietermüsseneine gewisse Verunreinigung durch Graffitis akzeptieren,wenn diese inder Gegend üblich sind und der Mieter keineüberdurchschnittlich hoheMiete zahlt. Gleiches gilt, wenn bereitsbei Abschluss desMietvertrages das Graffiti vorhanden war unddies bei der Miethöheberücksichtigt wurde. Sollte die Wohnungaber während desMietverhältnisses wegen fortlaufenderMieterhöhungen in einem höherenPreissegment landen, kann derMieter unabhängig vomursprünglichen Zustand einen besserenZustand des Gebäudeserwarten, befand das Amtsgericht München (Az.: 424 C778/09).

Wenn das Graffiti einen erheblichen Mangel darstellt, schuldet derBewohner nur eine geminderte Miete und kann zudem verlangen, dassdie Farbe beseitigt wird. Die Kosten für die Entfernung mussderVermieter tragen. Sie können nicht als Betriebskosten aufdieMieter umgelegt werden, selbst wenn der Vermieter regelmäßigGraffitisentfernen lassen muss.

dpa

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