Ausstellungseröffnung über die Geschichte der Partei

100 Jahre Seite an Seite: SPD-Ortsverein Homberg feiert Jubiläum

+
Gemeinsam für das Jubiläum: Pressesprecher der SPD Dieter Werkmeister (von links), Vorsitzender Martin Herbold und Chronikverfasser Bernd Herbold mit der Wiederaufnahmeurkunde des SPD-Ortsvereins von 1945.

Homberg. Der SPD-Ortsverein Homberg feiert am Samstag, 26. Mai, ab 19 Uhr sein 100-jähriges Jubiläum in der Homberger Stadthalle.

Wie viele sie zu Beginn waren, steht nicht genau fest. Wann genau sie sich gegründet haben, darüber fehlen Überlieferungen. Ganz sicher ist aber, dass 1918 zu der ersten belegten Mitgliederversammlung der SPD in Homberg aufgerufen wurde.

Sie wurden verfolgt, in Konzentrationslagern gequält und die Partei 1933 schließlich ganz verboten – für die Mitglieder des Homberger SPD-Ortsvereins war das Leben vor und während der Zeit des Nationalsozialismus kein einfaches. Als die Partei ihre Arbeit im Oktober 1945 wiederaufnehmen durfte, bestand sie gerade einmal aus 35 Mitgliedern. Wuchs die Partei nach dieser Zeit stetig an, sei die Mitgliederzahl in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen, sagt Vorsitzender Martin Herbold. „Aktuell haben wir 117 Mitglieder nur in der Kernstadt.

 Wir hatten mal mehr als 200, aber wir sind auch vom demografischen Wandel betroffen“, erzählt er. Zwischen drei bis acht Mitglieder würden jährlich aus-, aber nur zwei bis drei neu eintreten, so der Vorsitzende.

Er gilt als Gründer: Friedrich Kramer (rechts) rief 1918 zur ersten Mitgliederversammlung der SPD in Homberg auf. Das Bild zeigt ihn mit seiner Familie. 

Das Interesse von jungen Menschen an Politik sei nach wie vor da. „Junge wollen sich einmischen und mitarbeiten“, sagt Bernd Herbold, der die Festschrift verfasst hat. In der heutigen Zeit sei eine Mitgliedschaft aber oft nicht mehr attraktiv. „Die Strukturen müssen offener werden, wir brauchen mehr Diskussionen und weniger ein formelles Vorgehen“, sagt Herbold. Veranstaltungen mit bestimmten Schwerpunktthemen wie dem Kitaausbau seien Chancen, junge Menschen zu motivieren und in die Partei zu integrieren, so Dieter Werkmeister, zuständig für die Pressearbeit.

Auch an der Beteiligung von Frauen könne noch gearbeitet werden, so Martin Herbold. Zwar gebe es die Regelung, dass etwa bei der Besetzung von Kommunalwahllisten eine Frauenquote von 40 Prozent eingehalten werden müsse. Das sei oft aber schwierig. „Es ist schade, dass der Frauenanteil in der Partei eher gering ist“, sagt er. „Das würde manche Diskussionen befruchten.“ Dass sie aber nach wie vor viel in den Kommunen bewegen können, davon ist der Ortsverein überzeugt: „Der Bund schafft die Grundlage, aber das Leben wird immer noch vor Ort von Ehrenamtlichen gestaltet“, erzählt Werkmeister.

Und: „Wir sind fest davon überzeugt, dass es uns in 100 Jahren noch geben wird“, so Martin Herbold. Nach wie vor würde die SPD das Feld der sozialen Frage abdecken. Die Partei müsse sich aber der gesellschaftlichen Entwicklung anpassen. „Die Erneuerung hätte schon vor der Klatsche bei der Bundestagswahl passieren müssen“, so Werkmeister. Die SPD müsse selbstkritischer sein, transparenter werden.

Ausstellung und Festschrift

Zum runden Geburtstag hat der SPD-Ortsverein die Geschichte und Entwicklung der SPD in Homberg aufgearbeitet. In einer Ausstellung werden auf Stellwänden und in Vitrinen Stationen und Zeitdokumente der SPD von 1863 bis in die Gegenwart dargestellt. Darüber hinaus will der Ortsverein zahlreiche Bezüge zu Nordhessen, dem Schwalm-Eder-Kreis und Homberg herstellen. 

  • Die kostenlose Ausstellung wird am Dienstag, 15. Mai, um 15 Uhr in der Stadthalle eröffnet. Sie wird bis zum Montag, 28. Mai, zu sehen sein. Besichtigungstermine und Führungen für Schulen und Interessierte werden am Mittwoch, 16. Mai, sowie am 22., 24. und 25. Mai angeboten. Anmeldungen und Terminabsprachen sind bei Bernd Herbold unter Tel. 0 56 81/6182 möglich. Passend zum Jubiläum hat der Ortsverein eine Festschrift über die Geschichte der Homberger SPD geschrieben. 500 Exemplare liegen beim Empfang aus und können kostenlos mitgenommen werden.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare