Mitgliedskommunen machen Gewinn

Bald 1000 Arbeitsplätze im Ostheimer Gewerbegebiet

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Im Gewerbegebiet Ostheim sind bald über 1000 Menschen beschäftigt. 

Ostheim. Im Interkommunalen Gewerbegebiet Mittleres Fuldatal in Ostheim gibt es mittlerweile fast 1000 Arbeitsplätze.

Damit hatte bei der Gründung des gleichnamigen Zweckverbands vor knapp 20 Jahren niemand gerechnet. „Wir hatten ursprünglich auf 500 Arbeitsplätze gehofft“, sagt Klaus Stiegel, Geschäftsführer des Zweckverbands.

Die Pläne für das Interkommunale Gewerbegebiet stießen damals auf viel Kritik. Man befürchtete, dass die Städte und Gemeinden nur Geld in das Gewerbegebiet stecken, aber nicht davon profitieren würden. Viele Jahre lang war das tatsächlich so.

Doch mittlerweile machen die Mitgliedskommunen Gewinn mit dem Gewerbegebiet. Die jährlichen Ausgaben belaufen sich auf 350.000 Euro, die Einnahmen auf 600.000 Euro.

Arbeitsplätze helfen gegen Landflucht

Die Kommunen profitieren zum einen von der Gewerbesteuer, die die Unternehmen zahlen. Zum anderen sind die Arbeitsplätze für viele Menschen ein Anreiz, in der Region zu bleiben. „Landflucht ist bei uns kein großes Thema, die Nachfrage nach Wohnraum ist hoch“, sagt Malsfelds Bürgermeister Herbert Vaupel. Das bedeutet zum Beispiel höhere Gewerbesteuereinnahmen für die Kommunen.

15 Betriebe und eine Behindertenwerkstatt sind heute in Ostheim angesiedelt – sowohl Logistiker als auch produzierendes Gewerbe. Von den 85 Hektar Fläche sind 44 Hektar bebaut oder werden derzeit bebaut. „Für die freien Grundstücke gibt es konkrete Interessenten“, sagt Bürgermeister Vaupel. „Wir brauchen nicht großartig Werbung zu machen, die Nachfrage ist vorhanden“, ergänzt Stiegel.

Bei allen positiven Nachrichten – für die Dörfer im Umfeld ist das Gewerbegebiet nicht nur ein Segen. Die Anwohner leiden unter anderem unter dem hohen Verkehrsaufkommen. Und auch an anderen Stellen gibt es Verbesserungsbedarf. 

Hintergrund

Das Gewerbegebiet in Ostheim wurde 1998 vom Zweckverband Mittleres Fuldatal initiiert. Es war eines der ersten Interkommunalen Gewerbegebiete in Hessen. Die Kommunen Melsungen, Felsberg, Spangenberg, Malsfeld und Morschen gehören diesem Zweckverband an. Sie teilen sich die Kosten und Erträge des Gewerbegebiets entsprechend ihrer Größe und Einwohnerzahl: Melsungen 33 Prozent, Felsberg 27 Prozent, Spangenberg 16 Prozent sowie Malsfeld und Morschen je 11 Prozent. Wegen des Gewerbegebiets erhielt Ostheim einen Autobahnanschluss an die A 7, außerdem wurde eine Straße von Ostheim zum Industriegebiet Pfieffewiesen gebaut. 

Warum sich viele Anwohner über das Gewerbegebiet ärgern, lesen Sie in unserer Print-Ausgabe vom Freitag. 

Quelle: HNA

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