1080 Kilometer in vier Jahren

Herrlicher Blick: Fritz Walter (links) hatte für die Wanderer Dr. Wolfgang Lewe, Karl Nachbar und Dieter Braun einen Aufenthalt auf der Felsburg organisiert. Burgvereinsvorsitzender Heiner Maifarth (rechts) begrüßte die Gäste und informierte auch über die Sanierung der Burg. Foto: Schaake

Felsberg/Melsungen. Sehr beeindruckt von Felsberg und der schönen Fachwerkstadt Melsungen war eine kleine Wandergruppe, die seit vier Jahren auf dem Wanderweg der Deutschen Einheit unterwegs ist. Auf einer viertägigen 94-Kilometer-Etappe vom Kahlen Asten bis nach Melsungen machte sie auch in Fritzlar und auf der Felsburg Station.

Der Apotheker Dr. Wolfgang Lewe (70), Dieter Braun (71), beide aus Rheda-Wiedenbrück, und Karl Nachbar (75) aus Wolfsburg waren vor vier Jahren in Aachen gestartet, um den 1080 Kilometer langen Wanderweg der Einheit bis Görlitz zu erkunden.

„Karl Nachbar ist unser Zugpferd“, sagen die Wanderer. Nachbar stammt aus Niedervorschütz. Er lernte Maschinenschlosser und arbeitete 34 Jahre in der VW-Nutzfahrzeug-Entwicklung.

Beim Dachverband der Deutschen Wandervereine in Kassel fiel ihm eines Tages die Information „Deutschland quer“ in die Hände. Anlass, mit Freunden die Tour zu starten. Jedes Frühjahr geht es vier Tage von West nach Ost, im Herbst von Ost nach West. Im nächsten Frühjahr geht es über Spangenberg in Richtung Thüringen. „Irgendwo an der Saale“, sagt Karl Nachbar, will man in zwei Jahren das Ende der Tour erreicht haben.

Wenn die kleine Truppe mal zu heftig über Politik diskutiert, kommt man auch schon mal vom Weg ab und landet in einem riesigen Sand-Abbaugebiet. Dann wird – wie bei den Pfadfindern – über den Kompass eingenordet.

Privatkonzert in Belzig

„Wir werben überall für die Menschen, denen wir begegnen, und die Kultur“, sagt Dieter Braun, der 26 Jahre in der Fahrzeugbau-Entwicklung gearbeitet hat. Dabei lernte er auch Karl Nachbar kennen. Viele interessante Begegnungen gibt es auch in den Kirchen. In Belzig südlich von Berlin gab der Organist für die Wanderer sogar ein Privatkonzert. Der Fährmann, der sie über die Elbe brachte, war ein Enkel des bekannten „Seeteufels“ Felix Graf Luckner. Eines seiner zerrissenen Telefonbücher ist übrigens im Burghotel Heiligenberg zu bewundern.

Da alle an Dorf- und Stadtgeschichte interessiert sind, organisierte Nachbars Freund Fritz Walter (73) aus Niedervorschütz einen Aufenthalt auf der Felsburg. Die Wanderer: „Die sanierte Ruine ist in einem tollen Zustand, ihre Lage einmalig schön.“ Kontakt: Karl Nachbar, E-Mail: karl@nachbar.de

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

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