46-Jähriger war mit seiner Berufung erfolglos

Mit 1,63 Promille über die Felder - Berufung erfolglos

Marburg/Schwalmstadt. Wegen mindestens zwei Trunkenheitsfahrten war ein 46-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain im Januar diesen Jahres vom Amtsgericht Schwalmstadt zu einer Gefängnisstrafe von acht Monaten ohne Bewährung verurteilt worden.

Der Mann, der wegen seiner ständigen Alkoholprobleme schon vielfach einschlägig vorbestraft wurde, hatte gegen das Urteil Berufung vor dem Marburger Schöffengericht eingelegt, wo er sich nun verantworten musste.

Das Gericht in Schwalmstadt hatte ihn damals verurteilt, weil er im August vergangenen Jahres mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,63 Promille nachts um zwei Uhr mit seinem Traktor unterwegs gewesen war. Eine Polizeistreife hatte ihn aufgesucht, weil sich die Nachbarn darüber beschwert hatten, dass er mitten in der Nacht einen Zaun für eine Pferdeweide setzte.

Mit Schaufel gegen die Wand

Am darauffolgenden Tag war er dann ohne Führerschein erneut mit seinem Traktor unterwegs, obwohl er weiteren Alkohol konsumiert hatte. Bei der Fahrt war er mit der Frontladerschaufel gegen eine Hauswand gestoßen, an der ein Sachschaden entstand. Nach einem Gespräch mit dem Geschädigten war der Mann mit seinem Traktor davongefahren. Die im Nachhinein gemessene Blutalkoholkonzentration hatte immer noch 1,5 Promille betragen.

Der Anwalt des Angeklagten begründete die Berufung gegen das neuerliche Urteil mit einer zwischenzeitlich aufgenommenen ambulanten Alkoholtherapie und einer schwerwiegenden Lungenkrankheit seines Mandanten, deren Behandlung im Vollzug nicht fortgesetzt werden könne.

Richter Wolf Winter vom Marburger Landgericht war der Angeklagte gut bekannt. „Erst vor einem Jahr waren Sie hier. Damals schon wurden die Therapiemöglichkeiten ausführlich besprochen“, erinnerte sich Winter. Er hatte im Mai 2010 einer Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Schwalmstadt, das den 46-jährigen ebenfalls wegen einer Trunkenheitsfahrt zu sechs Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt hatte, stattgegeben.

Bewährung abgelehnt

„Eine neuerliche Bewährungsstrafe kann man unter diesen Umständen keinem Menschen mehr verkaufen“, betonte Winter. Auch die Staatsanwältin lehnte eine erneute Bewährung ab. Sie stimmte lediglich einer Aufschiebung der Vollstreckung der Gefängnisstrafe zur Behandlung der Lungenkrankheit des Mannes zu.

Auf Grund der Aussichtslosigkeit zog der Verteidiger des 46-Jährigen den Antrag auf Berufung zurück.

Quelle: HNA

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