Zu Geldstrafe verurteilt 

25-Jähriger soll Wohnung völlig demoliert haben

Treysa. Eine verwüstete Mietwohnung beschäftigte das Amtsgericht in Treysa. 

Angeklagt waren ein 25-jähriger Mann und seine 21-jährige ehemalige Lebensgefährtin aus dem südlichen Schwalm-Eder-Kreis. Während es der Arbeitssuchende vorzog, im Prozess zu schweigen, zeigte sich die Altenpflegehelferin kooperativ und sagte aus.

Laut Anklageschrift war eine von dem Paar gemietete Wohnung im Zeitraum Herbst-Winter 2015/16 völlig demoliert worden. Unter anderem hatte jemand sämtliche Türen eingetreten, Griffe und einen Wasserhahn abgerissen sowie mutwillig Heizungsrohre durchlöchert. Außerdem befanden sich Schmierereien mit Polizei beleidigenden Sprüchen wie „Fuck Cops“ an den Wänden. Laut Vermieter – ein Polizist – entstand ein Sachschaden von 2200 Euro. Bislang seien die Schäden noch nicht bezahlt worden, betonte er. Wer die Taten letztlich begangen hatte, konnte nicht ermittelt werden.

Ein Mieter habe die Pflicht, die Mietsache gegen Beschädigungen zu verteidigen, erklärte der Staatsanwalt. Es sei zutreffend, dass sie mit dem 25-Jährigen in der Wohnung gewohnt habe, bestätigte die 21-Jährige. Es war offensichtlich, dass die Frau mit diesem Kapitel ihres Lebens nichts mehr zu tun haben wollte. Seit 2014 seien sie in Paar gewesen und im August 2015 in die Wohnung gezogen: „Ich habe da nur sechs bis sieben Wochen gewohnt.“ Da ihr der Freundeskreis ihres damaligen Lebensgefährten oft suspekt gewesen sei, habe sie sich meist im Schlafzimmer aufgehalten.

Bei ihrem Auszug sei die Wohnung in Ordnung gewesen, so die 21-Jährige. Zahlreiche von der Verteidigung bestellte Zeugen bestätigten die Aussage der Angeklagten.

Eine Sachbeschädigung traue ich ihr nicht zu, meinte der Vater der jungen Frau: „Auch wenn sie bockig ist, hat sie doch einiges an Erziehung mitgenommen.“ Der neue Freund der 21-Jährigen sagte aus, dass er bei einem Besuch von der Wohnung positiv überrascht gewesen sei und der Bruder erinnerte sich daran, dass es in den Räumen sehr ordentlich war.

Da die Miete zunächst weitergezahlt wurde, habe er vom Auszug der Angeklagten aus der Wohnung gar nichts mitbekommen, sagte der Vermieter. Aufgrund von Mietrückständen sei später eine Räumungsklage notwendig gewesen: „Als wir in die Wohnung gekommen sind, sind wir direkt in eine kleine Marihuanaplantage gelaufen.“

Schließlich wurde das Verfahren gegen die 21-Jährige eingestellt. Der Richter sagte: „Sie sind jetzt mit einem blauen Auge davongekommen.“ Der 25-Jährige wurde zu einer Geldstrafe von 650 Euro verurteilt. „Wer sonst sollte die Schäden begangen haben“, stellte der Richter in seiner Urteilsbegründung fest.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Foto: Arne Dedert/Archiv dpa-avis

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