3000 Besucher beim Osterräder-Rollen in Günsterode

Günsterode. Jedes Jahr an Ostern spielen die Günsterode mit dem Feuer. Dann lässt der Brauchtumsverein brennende Räder ins Ohetal rollen. Diese Tradition wird im Melsunger Stadtteil seit langer Zeit gepflegt.

Auch die 116. Auflage des Spektakels erwies sich als Publikumsmagnet. Etwa 3000 Menschen waren am Ostersonntag nach Günsterode gekommen.

Osterräder rollen im Melsunger Stadtteil Günsterode

Seit 1992 organisiert der Brauchtumsverein das einzigartige Osterfeuer mit Feuerräderlauf. Entstanden sei das Anzünden der Strohräder wahrscheinlich als heidnischer Brauch, um den Winter auszutreiben, erzählte Vereinsmitglied Rainer Salzmann. Vermutet wird, dass einheimische Köhler, die Ende des 19. Jahrhunderts zum Arbeiten nach Nordrhein-Westfalen ausgewandert waren, den Brauch mit zurück in ihre Heimat brachten.

Nutzte man früher Wagenräder aus Holz und später alte Traktorreifen, verwendet der Brauchtumsverein heute ausrangierte Gitterräder aus Eisen. Sie werden mit langem Stroh ausgeflochten, das eigens zu diesem Zweck auf einem Acker unterhalb des Dorfes angebaut und mit altertümlichen Maschinen abgeerntet wird. Wegen der Brandgefahr aufgrund der Trockenheit in diesem Frühjahr versprühte die Feuerwehr Günsterode mehrere Stunden lang vor der Abenddämmerung Wasser auf die Wiesen und den Waldrand. Nach Einbruch der Dämmerung war es endlich soweit: Das Osterfeuer wurde entzündet.

Dann wurden die drei Räder nacheinander in Positon gebracht, angezündet und losgelassen. Einen imposanten Feuerschweif hinter sich herziehend, rasten sie zu Tal. 24 Mitglieder sind im Brauchtumsverein aktiv. Der Brauch des Osterräder-Rollens gehöre zum Dorf dazu wie die Köhlerei, sagt Rainer Salzmann. Regelmäßig schichten, entzünden und bewachen die Vereinsmitglieder auch noch einen Meiler im Wald.

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare