Ältere und bedürftige Homberger sollen mobil bleiben

Kein Stadtbus mehr: Stadt zahlte 3000 Euro für Taxifahrten

Angebot für Homberger: Taxen ersetzen das Stadtbusangebot. 3000 Euro hat die Stadt dafür in ihrem Haushalt eingestellt. Foto: Archiv

Homberg. 2744 Euro hat die Stadt Homberg im vergangenen Jahr für Taxifahrten ausgegeben. Genauer: So viel Geld hat sie für Stadtfahrten gezahlt. Fahrten von Menschen, die sonst den Stadtbus genutzt hätten. Doch dieses Angebot gibt es nicht mehr. Ein Busunternehmen hatte das Stadtbusangebot 2011 eingestellt, weil es sich nicht mehr rentierte.

Als Alternative hatte die Stadt den Fahrgästen die Taxifahrten ermöglicht. Nach dieser Regelung zahlt der Fahrgast 1,50 Euro pro Fahrt wie bisher beim Stadtbus, die Differenz zu den tatsächlichen Kosten übernimmt die Stadt. Um die Auslagen bei der Stadt geltend machen zu können, müssen Quittungen des Taxiunternehmens, des Arztes beziehungsweise Einkaufsbelege vorgelegt werden. In das neue Angebot der Stadt sind alle Homberger Taxi-Unternehmen eingebunden.

Laden nicht jeden ein

Lesen Sie auch:

- Nach Aus für Stadtbus viel Wind um nichts: Taxifahrt nur für wenige

- Ende für Homberger Stadtbus besiegelt - Taxi-Lösung kommt an

„Wir laden damit nicht jeden ein, mit dem Taxi zu fahren“, sagt Wagner. Es gehe nur um eine individuelle Lösung für diejenigen, die bisher den Stadtbus nutzen konnten, der nun nicht mehr fährt. Doch selbst, wenn mehr Menschen als bisher das Angebot nutzen würden, sei das in Ordnung. „Die Bevölkerung wird immer älter und die Menschen sind auf eine flexible Lösung angewiesen. Die bieten wir. Das ist immer noch besser und nicht günstiger, als selbst eine Buslinie zu betreiben“, so Wagner. Außerdem seien in Homberg so auch ältere Menschen mobil.

Insgesamt 3000 Euro waren im vergangenen Jahr für die Taxifahrten im Haushalt der Stadt eingestellt. „Das ist viel weniger Geld, als uns eine Stadtbuslinie kosten würde“, sagt Wagner Dafür müsse man mit 50.000 bis 80.000 Euro rechnen. „Das wäre viel zu teuer, wir können das nicht leisten.“ Auch gebe es für Homberg – anders als für andere Städte mit bereits bestehenden Verträgen – keine finanzielle Unterstützung durch den Nahverkehr Schwalm-Eder (NSE).

Eine Art Bürgerbus gehe auf Wunsch der Tafel bald an den Start. „Für die Menschen, die keine Möglichkeit haben, an den Ausgabetagen der Tafel vom Bahnhofsgebiet zum Tafelladen zu kommen, werden wir einen Kleinbus einsetzen“, sagt Wagner. Den Bus stelle der Stadtentwicklungsverein zur Verfügung und ehrenamtliche Helfer werden die Fahrten dienstags und donnerstags übernehmen. Die Abfahrtzeiten sollen noch bekanntgegeben werden.

„Wer kein Tafelkunde ist und sich anmeldet, wird natürlich mit in die Stadt genommen“, sagt Wagner. „Wir lassen niemanden stehen.“

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare