Vortrag zum Thema Fachwerk

350 Gäste kamen zum Melsunger Neujahrsempfang

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Die Redner beim Neujahrsempfang: von links Pfarrer Joseph Nzati Mabiala, Stadtverordnetenvorsteher Timo Riedemann, Prof. Manfred Gerner und Bürgermeister Markus Boucsein in der Melsunger Stadthalle. 

Melsungen – 350 Besucher waren beim Melsunger Neujahrsempfang in der Stadthalle zu Gast. 

Manchmal freut man sich auch über ein Geschenk, das man schon hat. Oder mal hatte. So erging es Markus Boucsein am Montagabend beim Neujahrsempfang der Stadt Melsungen. Der Festredner und Fachwerk-Fachmann Professor Manfred Gerner überreichte dem Melsunger Bürgermeister einen dicken Wälzer. Der Titel: Deutsche Fachwerk-Rathäuser. Das Buch hatte Gerner dem Rathaus-Chef vor einigen Monaten schon mal zur Drucklegung geschenkt – der es dann an seine Magistratsmitglieder verliehen hatte. Wo es jetzt ist, wer es hat, das weiß der Bürgermeister nicht mehr, gestand er ein. „Schön, dass ich jetzt einen zweiten bekommen habe.“

Melsungen reich an Fachwerk 

Melsungen sei eine reiche Stadt, reich an Fachwerk, sagte Manfred Gerner, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte in seinem ausführlichen Vortrag. Mit den 935 Fachwerkbauten, davon allein 335 in der Altstadt, hebe sich die Stadt „vom fantasielosen weltweiten Einheitsbaustil“ ab. Auch alle Stadtteile hätten Fachwerk; allein Röhrenfurth habe mit 119 Fachwerkhäusern mehr als manche Fachwerkstadt.

Für Gerner ist Melsungen ein Paradies, weil dort eine 600-jährige Baugeschichte präsent sei. „Sie sehen es täglich“, sagte er zu den 350 Gästen im Saal, „aber die Gefahr ist, dass Sie das schöne Fachwerk übersehen.“

Stadtverordnetenvorsteher Timo Riedemann sagte abschließend: „Fachwerk ist ein Reichtum, aber für den man jede Menge Kapital benötigt.“ Er dankte allen Hauseigentümern, die ihre Häuser pflegen. Zum Dank für den informativen, aber bilderarmen Vortrag gab’s Melsunger Spezialitäten: Ahle Wurscht und feine Schokolade.

Das war die Überleitung zum gemütlichen Teil bei Getränken und Gesprächen in kleiner Runde. Eins ist sicher: Die Gäste hatten Appetit, denn die Platten mit den Häppchen waren schnell leer gefegt. Den Fachwerk-Wälzer hat am Ende des Abends übrigens Hausmeister Thomas Bettenhäuser an sich genommen – damit er einen sicheren Platz im Bücherschrank des Bürgermeisters findet.

Quelle: HNA

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