Musik hat einen Namen

40 Jahre Blasorchester Schwalmstadt – Musiker der ersten Stunde erinnern sich

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Musiker der ersten Stunde: (von links) Dieter Klier, Torsten Janoske, Tony Lenz und Armin Staufenberg. 

Wenn Dieter Klier (73) seinen Leitzordner mit den vielen Fotos und HNA-Zeitungsartikeln durchblättert, kommt er ins Schwärmen.

 „In einem Jahr hatten wir über 40 Auftritte“, erinnert er sich. Der ehemalige Musiklehrer der Stadtschule Treysa – heute Schule im Ostergrund – war es, der Anfang der 1970er-Jahre eine Bläser-AG gründete, aus der das Jugendblasorchester Schwalmstadt hervorging. 40 Jahre ist das her. Die einstigen Jugendlichen sind mittlerweile erwachsen.

„Gestandene Musiker aus der Schwalm haben uns damals unterstützt und den Instrumentalunterricht für die Schüler übernommen“, sagt Klier, der selbst mit zehn Jahren begonnen hatte, Trompete zu spielen. So seien die Namen Kurt Werner, Willi Berg, Fritz Wolf, Hein Schwalm und Helmut Becker eng mit dem Blasorchester verbunden.

Vielfalt an Instrumenten

Choräle, Märsche, Polka und mit der Zeit auch immer mehr konzertante Stücke wie die Ouvertüre „Sankt Hubertus“ wurden zum Markenzeichen. „Durch die Vielfalt an Instrumenten war es von Beginn an unser Anspruch, einen orchestralen Klang zu erzeugen – und uns damit von den landläufigen Posaunenchören abzuheben“, erklärt Klier. Während das Blasorchester – aus dem Namen Jugendblasorchester war es herausgewachsen – mit zurzeit nur 27 Aktiven heute Nachwuchssorgen plagen, rannte es damals bei Schülern offene Türen ein. Von Anfang an dabei sind Armin Staufenberg (Mengsberg), Tony Lenz (Willingshausen) und Torsten Janoske (Treysa).

„Dieter Klier gelang es, uns Jugendlichen eine Heimat zu geben“, sagen Armin Staufenberg (54) und Tony Lenz (50), seit 40 Jahren aktiv im Orchester. Sie freuten sich, Gleichgesinnte gefunden zu haben. „Klier konnte furchtbar gut motivieren“, bringen Lenz und Janoske (Schlagwerk) den Erfolg auf den Punkt. Oft übten die Schüler zwei Stunden und mehr. „Es hat unheimlich Laune gemacht, die jungen Leute haben in den Proben alles aufgesogen wie Schwämme“, sagt Klier.

So gelang es dem Orchester, sich mit den Jahren einen festen Platz im musikalischen Leben zu erspielen. „Musik hat einen Namen“, heißt noch heute der Slogan der Bläser Freizeiten und seit zehn Jahren auch der Umbau des Vereinsheims auf dem ehemaligen Kasernengelände gehören zum Vereinsleben. Nebenbei habe man im Orchester „etliche Ehen gestiftet“, so Vorsitzender Michael Mönnighoff.

Ab der Europeade 1981 in Schwalmstadt nahm das Orchester regelmäßig an dem europäischen Blasmusik-Fest teil. Auf diese Weise hat das Orchester viele europäische Länder bereist und Schwalmstadt bei Städtepartnerschaften repräsentiert. In Frankreich, Belgien und Ungarn sind die Schwalmstädter mit Orchestern befreundet.

„Wir Kommen“ hieß der Marsch von Hans Kolditz, der zur Erkennungsmelodie wurde. „Das war und ist auch Programm“, so die Musiker einstimmig. 

Quelle: HNA

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