47-Jähriger wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung vor Gericht

Treysa. Weil er im vergangenen Jahr mit einem Luftgewehr die Fensterscheibe seiner Nachbarn zerschossen und seine Nachbarin geschlagen und getreten haben soll, musste sich am Donnerstag ein 47-Jähriger aus dem Altkreis vor dem Strafrichter am Amtsgericht Schwalmstadt verantworten.

Zur Last gelegt wurde dem Mann ein weiterer Fall von Körperverletzung. Im Juni dieses Jahres soll er eine Frau mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Ein Urteil wurde noch nicht gesprochen. Mehrere Zeugen erschienen nicht vor Gericht, darunter eine Hauptzeugin, die der Verhandlung unentschuldigt fern blieb. Gegen sie wurde ein Ordnungsgeld von 100 Euro oder ersatzweise vier Tage Ordnungshaft verhängt.

Die Beschädigung der Fensterscheibe gab der Angeklagte zu. Er habe es nicht absichtlich getan. Es sei ein dummer Streich gewesen. Mit der Waffe eines ehemaligen Mitbewohners habe er einen morgendlichen Gruß abgeben wollen. Dass jemand zuvor drei Stahlkugeln in den Lauf der Waffe gesteckt habe, durch die die Fensterscheibe der Nachbarn zu Bruch gegangen sei, habe er nicht gewusst. Die Scheibe habe er bezahlt.

Den Vorwurf der Körperverletzung wies der Angeklagte vehement zurück. Er gab an, seit etwa einem Dreivierteljahr von seinem Nachbarn gemobbt und im Ort schlecht gemacht zu werden. Die Frau des Nachbarn sei aufgrund einer Abwehrbewegung seinerseits bei Glatteis ausgerutscht und hingefallen, als er eigentlich mit ihrem Mann über die Scheibe habe sprechen wollen, und sie auf ihn losgegangen sei. Ganz anders stellte sich die Geschichte aus Sicht der 56-jährigen Nachbarin dar.

Unter Tränen

Teils unter Tränen berichtete sie vom nächtlichen Vorfall. Sie sei von ihrem Mann geweckt worden, weil er sich durch Krach auf dem Hof gestört gefühlt habe. Sie seien beide raus, um nachzusehen. Dabei sei sie schneller als ihr Mann gewesen. Auf ihrem Grundstück habe sie den Angeklagten und einen weiteren Mann gesehen. Der Angeklagte sei auf sie zugekommen.

Sie habe gedacht, er wolle mit ihr reden. Aussage der Zeugin nötig Doch dann habe er sie von unten gegen das Kinn gestoßen. Sie sei zu Boden gefallen und der Angeklagte habe auf sie eingetreten. Einst hätten sie sich gegenseitig geholfen, heute habe sie Angst vor ihm. Das Gericht sah die Aussage der nicht erschienenen Zeugen als notwendig an. Von Amts wegen wurde ein neuer Termin festgesetzt.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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