Ex-Freundin bedroht: 47-Jähriger wegen versuchter Nötigung verurteilt

Treysa. Während einer öffentlichen Veranstaltung im vergangenen Jahr in Schwalmstadt soll ein 47-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain seine ehemalige Lebensgefährtin verbal bedroht haben. Wegen Nötigung musste sich der Mann vor dem Strafrichter am Amtsgericht in Treysa verantworten.

Wegen versuchter Nötigung verurteilte das Gericht den 47-Jährigen zu einer Geldstrafe von 1500 Euro. Laut Anklage befand sich der 47-Jährige mit einem Bekannten auf dem Veranstaltungsgelände, als er seiner ehemaligen Lebensgefährtin, dem gemeinsamen Sohn und dem Freund der 34-Jährigen begegnete.

Der Angeklagte soll an die Frau herangetreten sein mit den Worten: „Wenn du die Anzeige nicht zurücknimmst, dann erlebst du mich so, wie du mich noch nicht erlebt hast!“ Dabei habe er sich auf eine Anzeige bezogen, die die 34-Jährige gegen ihn gestellt hatte, weil er ihr nachgestellt haben soll. Es sei eine zufällige Begegnung gewesen, betonte der Angeklagte. Den gegen ihn erhobenen Vorwurf stritt er vehement ab. Es habe seinerseits keine Kontaktaufnahme zur Mutter seines Kindes und deren Freund gegeben.

Er habe lediglich kurz seinen Sohn begrüßt und sei dann mit seinem Bekannten weitergegangen. Dagegen sagte die 34-Jährige aus, der Angeklagte sei, nachdem er den gemeinsamen Sohn begrüßt habe, auf sie zugegangen. Er sei „laut und böse“ gewesen, habe sie bedroht und sich dabei nicht um die Umstehenden geschert. Sie säße „nicht aus Jux und Tollerei“ ständig vor Gericht. Der Streit mit dem Angeklagten dauere mittlerweile zwei Jahre an, auch wenn es seit der letzten Verhandlung im April ruhiger geworden wäre.

Es gäbe weitere Dinge, die gerichtlich geklärt werden müssten. Mit seiner Ex-Frau habe der 47-Jährige das Gleiche abgezogen. Die Akten darüber habe sie zu Hause. Der Freund der 34-Jährigen bestätigte ihre Aussage. Im Gegensatz zur emotionsgeladenen Zeugin, schilderte er die Geschehnisse in recht nüchternem Ton. Es habe keinen Kontakt zwischen dem 47-Jährigen und der Mutter seines Kindes gegeben, sagte der Bekannte des Angeklagten. Auf Nachfragen des Staatsanwaltes verstrickte sich der Zeuge jedoch in Widersprüche.

Der Verteidiger des 47-Jährigen plädierte für Freispruch. Er wies auf die familienrechtliche Auseinandersetzung seines Mandanten mit der Zeugin hin. Sie versuche immer wieder, das Umgangsrecht mit dem gemeinsamen Sohn einzuschränken. Nach dem Scheitern der Beziehung hätten sich beide Seiten nicht immer korrekt verhalten, jedoch bringe sein Mandant nicht alles zur Anzeige. So wie die 34-Jährige als Zeugin „ausgeholt und ausgepackt“ habe, sehe er sie nicht als glaubwürdig an. Die Frau habe zuvor selbst geäußert, dass sie unter „Verfolgungswahn“ leide. Sowohl Staatsanwalt als auch Richter sahen aufgrund der Zeugenaussagen den Vorwurf gegen den 47-Jährigen bestätigt.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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