Bürgerinitiative sieht Autobahntunnel im Dornröschenschlaf

A49-Gegner: Autobahn ist ein "Kuckuckskind"

Tunnelbaustelle: Inzwischen werden die Röhren verschlossen. Archivfoto: Haaß

Schwalm. Für die Bundesregierung sei die A49 ein „Kuckuckskind“, die Landesregierung „sitzt das Problem aus“:

Das ist die Auffassung der Bürgerinitiative (BI) auf den HNA-Bericht über die Tunnelbaustelle und die Aussage, dass 16 Mio. Euro für weitere Bauwerke bereit stünden.

Laut BI-Sprecher Jörg Haafke (Willingshausen) offenbare sich Konzeptionslosigkeit, „die Hängepartie A49 geht weiter“. Einerseits werde Geld zur Verfügung gestellt, andererseits verschließe Hessen Mobil den „gerade fertiggestellten Hephata-Tunnel für den offenbar anstehenden Dornröschenschlaf“. Bei einem Baufortschritt mit einem Investitionsvolumen von jährlich 16 Mio. müsse der Tunnel noch etwa zehn Jahre auf eine Inbetriebnahme warten. Statt eines echten Weiterbaus solle es „weiterhin nur unbrauchbare Inselbauten geben“.

Dabei sei „die Zurückhaltung in Berlin verständlich, lodern doch an zahlreichen Verkehrsbrennpunkten in Deutschland bedenkliche Schwelbrände“, so die Probleme mit den Autobahnnadelöhren Rheinbrücken in Köln-Leverkusen und in Mainz-Wiesbaden. Dort werde das Geld zugewiesen, der Unterhaltungsrückstand bei den Bundesfernstraßen lasse weitere ungeplante Reparaturaufgaben befürchten.

„Besonders enttäuscht“ zeigt sich die Bürgerinitiative über die hessische Landesregierung mit ihrem grünen Verkehrsminister. Während die weiteren Teilstücke laut schwarz-grünem Koalitionsvertrag an eine gesicherte Finanzierung gebunden seien, werde im Teilabschnitt bis Schwalmstadt (Verkehrskosteneinheit 20, VKE: das ist ein Bauabschnitt in der Verkehrsplanung) ohne solche Finanzierungssicherheit „weitergewurschtelt“. Wiesbaden sei an der Region nicht interessiert, sondern  „seit mehr als 30 Jahren wird die Region beim Thema A49 zum Narren gehalten“.

Besser wäre es laut der BI, die bereitgestellten 16 Mio. zu nutzen, um für Wiera und Neustadt Ortsumgehungen zu bauen, „bevor der Autobahnverkehr dereinst in Schwalmstadt am heutigen südlichen Tunnelausgang endet und sich über Dorf- und Stadtstraßen quält“.

Der Koalitionsvertrag gebe solche Möglichkeiten her, denn für die südlich des Abschnitts VKE 20 gelegenen Strecken seien Maßnahmen zur Reduzierung bzw. Verhinderung von Ausweich- und Schwerlastverkehr vorgesehen. Schon heute sei die B 454 vom Lkw-Ausweichverkehr überfordert, in der Folge die Strecke Florshain-Mengsberg. Haafke: „Wenn erst der Autobahnstummel Schwalmstadt unter Verkehr ist, ist es für wirksame Maßnahmen zur Vermeidung unnötiger Belastungen zweifellos zu spät.“ (aqu)

Quelle: HNA

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