Toter Rentner in Guxhagen: Angeklagte erinnert sich an nichts

61-Jährige soll brutal zugeschlagen haben

Kassel/zierenberg. Mit Kerzenständer und Messer soll eine 61-Jährige aus Zierenberg ihren 83-jährigen Großonkel in Guxhagen getötet haben. Die Frau muss sich deswegen seit Montag vor dem Landgericht Kassel verantworten. Die Anklage lautet Totschlag und versuchte Brandstiftung.

Die Angeklagte sprach, doch zu der tödlichen Attacke auf ihren Großonkel sagte sie nichts: Sie könne sich an nichts erinnern, erklärte die 61-Jährige. „Ich schäme mich sehr, das zu sagen: Ich war damals immer unter Alkohol.“

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, ihren Großonkel im November 2010 in seinem Haus in Guxhagen getötet zu haben – „indem sie mit äußerster Brutalität mit einem Kerzenständer auf ihn einschlug und dann mit einem Küchenmesser auf ihn einstach“, wie Staatsanwalt Jan Uekermann sagte. Anschließend habe die Frau versucht, das Haus anzuzünden.

Der Schwelbrand war erst zwei Tage später von Nachbarn entdeckt worden, hatte aber nur geringen Schaden angerichtet. Kurz darauf war die Angeklagte im Krankenhaus in Hannoversch Münden festgenommen worden, wo sie wegen einer Handverletzung behandelt worden war.

Woher sie diese Wunde hatte, daran konnte oder wollte sich die 61-Jährige vor Gericht jedoch ebenso wenig erinnern wie an alles andere. Etwa daran, wie ihr Messer und ihre Brille an den Tatort gelangt sein könnten.

Sie beteuerte aber, zu ihrem Großonkel stets ein sehr gutes Verhältnis gehabt zu haben: „Er war einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben.“ Die Frau hatte den gehbehinderten Rentner seit mehreren Jahren betreut und war von ihm als Erbin für sein Haus eingesetzt worden.

„Zwischen uns gab es keine Geheimnisse“, betonte die Angeklagte. Deshalb habe der 83-Jährige gewusst, dass sie sein Konto für eigene Zwecke genutzt und tief ins Minus getrieben habe. Der Prozess wird fortgesetzt. HINTERGRUND

Von Joachim F. Tornau

Quelle: HNA

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