36-Jähriger machte in Fritzlar Station

700 Kilometer quer durchs Land: Wanderer wirbt für seine Heimat Glückstadt

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Pause auf dem Fritzlarer Marktplatz: Marian Prill aus Glückstadt wandert einmal quer durch Deutschland. Er zieht von Rathaus zu Rathaus, um seine Wahlheimat bekannt zu machen. 

Fritzlar. 700 Kilometer. Einmal quer durch Deutschland. Von Glückstadt in den Schwarzwald: Marian Prill will seine Wahlheimat bekannter machen.

Auf seiner Wanderung hat er in Fritzlar Station gemacht - und war von den Gemeinsamkeiten beider Städte überrascht.

Diese Tour ist sein Glücksfall: Marian Prill ist 343 Kilometer aus den Norden nach Nordhessen gewandert. Auf dem Weg nach Fritzlar hat er sich nur drei Mal das Regencape überziehen müssen, und seine Füße blieben weitgehend von Blasen verschont.

Der 36-Jährige kann sein Glück selbst kaum fassen. Dabei kommt er quasi aus der Hauptstadt der Fortuna: aus Glücksstadt in Schleswig-Holstein. Auf seiner 700 Kilometer langen Tour nach Freudenstadt im Schwarzwald hat er ein Ziel: Er will seine Wahlheimat bekannter machen. Auch in Fritzlar.

Kandidat für Amt des Bürgermeisters

Es ist sein Geburtstagsgeschenk an die Stadt. Glücksstadt wird in diesem Jahr 400. Prill hätte den Geburtstag auch als Rathauschef feiern können. Vor zwei Jahren hat der selbstständige Werbefachmann bei der Bürgermeisterwahl seinen Hut in den Ring geworfen. Doch das „hat nicht ganz funktioniert“, wie er sagt. Und so unterzeichnete jetzt seine damalige Mitbewerberin Manja Biel sein Glückwunsch-Buch.

Mit dem blauen Band zieht Prill von Rathaus zu Rathaus. Hamburg, Soltau, Hannover, Kassel: die Liste der Gratulanten wird stetig länger. Mit jedem Eintrag wird das Buch für den Werbefachmann wertvoller. Es ist ein Schatz. Einer, der nach Prills Rückkehr im Glückstädter Rathaus zu sehen sein wird. „Dabei gebe ich es gar nicht gerne her“, sagt Prill, der gebürtig aus Kyritz in Brandenburg stammt.

Städte passen zusammen

Auch Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat hat sich am Donnerstag eingetragen – und sich für den Durchreisenden eine dreiviertel Stunde Zeit genommen. Prills Fazit: „Fritzlar und Glückstadt passen gut zusammen.“ Auf der einen Seite die Dom- und Kaiserstadt, auf der anderen die Stadt des dänischen Königs.

„Er wollte damals Hamburg etwas entgegensetzen. Das hat aber nicht ganz geklappt“, gibt Prill einen Kurzabriss der Geschichte. Mit jedem Kilometer, den Prill sich von Glückstadt entfernt, ebbt die Bekanntheit seiner Wahlheimat ab. „In Niedersachsen kennt man Glücksstadt noch, aber hier wird es weniger“, erklärt er. Dabei habe Glücksstadt einiges zu bieten: 11.500 Einwohner, die Matjeswoche im Juni und einen fantatischen Namen.

Eines ist für Prill klar: Er will jeden Meter zu Fuß machen. Fähre, Straßenbahn, Bus, Auto: All das ist für ihn Tabu. Die längste Etappe hat er hinter sich: die 32 Kilometer von Kassel nach Fritzlar. „Es war ein Kraftakt. Aber was tut man nicht alles für seine Stadt.

www.glueckstadt.blog

Quelle: HNA

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