7,5-Megawatt-Solarpark in Homberg: Viel Sonne zum Baustart

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Baustart: Frank Geerken und CJ Cai (vorn) halten einen der 9600 Rammpfosten, die verbaut werden. Im Hintergrund erklärt Thomas Ertl (von links) Martin Wagner und Stephan Seibert sein Arbeitsgerät. 

Homberg. Die Sonne schien schon mal kräftig. Bessere Voraussetzung kann es für den Baustart eines Solarparks wohl kaum geben. Am Dienstag starteten die Arbeiten für den Solarpark auf dem ehemaligen Standortübungsplatz und Kasernenareal in Homberg.

Das Solarunternehmen „b green-project“ mit Sitz in München bringt dort eine 7,5-Megawatt-Solaranlage (MW) auf die Wiese. Und das ist keine leichte Aufgabe, denn immer wieder stoßen die Maschinen beim Einbringen der Rammpfosten an ihre Grenzen. Zu hart ist der Untergrund. „Das hält uns nicht auf, ist aber eine Herausforderung“, sagt Frank Geerken, Geschäftsführer von „b green“. Geplanter Fertigstellungstermin ist der 30. September. „Und keinen Tag später“, fügt Geerken mit Blick auf die danach sinkende Einspeisevergütung an.

In Kombination mit einem weiteren Projekt von „b green“, einer bereits angeschlossenen Photovoltaik-Anlage im angrenzenden Gewerbegebiet mit einer Leistung von 1,2 MW sowie zusätzlich geplanten Flächen auf dem ehemaligen Militärareal, entstehe so die größte Solaranlage in Hessen mit einer Gesamtleistung von über 10 MW.

Die Stadt Homberg könnte damit fast autark in der Stromversorgung sein: Der Leistung der neuen Anlage von rund 7,5 MW steht ein jährlicher Verbrauch der Stadt Homberg von etwa 8 MW gegenüber. Die Anlage wurde zudem so konzipiert, dass das Gelände für die Herde eines ansässigen Schäfers weiterhin als Weidegrund nutzbar ist. „Wir sind zuversichtlich, dass das klappt. Die Verträge werden vorbereitet“, so Geerken.

„b green“ unter der Leitung von Frank Geerken hat die Entwicklungsleistungen, Gutachten und in Zusammenarbeit mit fachlichen Partnern die Bauleitplanungen für den Solarpark übernommen. Generalunternehmer für das Projekt ist die Bay-Solar AG, die ihren Deutschlandsitz in München hat. Geerken hat das Projekt vorfinanziert. Mit Ausnahme der Module werde die Anlage mit deutschen Produkten bestückt: Zum Einsatz kommen unter anderem Wechselrichter und Trafostationen von SMA. Mit dem Bau der Anlage wurden deutsche Unternehmen beauftragt.  

„Wir bemühen uns um größtmögliche Transparenz“, sagt Geerken und bittet die Homberger zugleich um Verständnis, dass bis zum Ende der Bauarbeiten, das Betreten des Geländes verboten sei. „Wir haben Wachpersonal aus der Region engagiert, weil wir natürlich auch Wertgegenstände auf dem Gelände haben“, sagt er und freut sich zugleich über die Unterstützung der Bundesanstalt für Immoblilienangelegenheiten (Bima). Denn sie habe nicht nur sehr flexibel reagiert, sondern zudem zwei Lagerhallen auf dem ehemaligen Bundeswehrareal als weitere Lagermöglichkeit zur Verfügung gestellt. Die Bima ist Eigentümer des Geländes und hat es verpachtet.

„Wir haben zahlreiche Solarprojekte in verschiedenen Ländern Europas realisiert; bei diesem Projekt war jedoch die Abstimmung auf kommunaler Ebene recht aufwendig und die Anforderungen im Hinblick auf den Naturschutz besonders hoch“, so Viktor Wang, Präsident der Bay-Solar. Bgreen sei ein professioneller Partner und der Investor, die Bay-Solar, habe mit großer Sensibilität und Geduld auf die Anforderungen der Region reagiert, so Christoph Goebel vom Bundesforstbetrieb der Bima.

Von Maja Yüce

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Quelle: HNA

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