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Flughafen Frankfurt: Boeing muss notlanden und lässt 15 Tonnen Kerosin ab

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Von: Tanja Koch

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Boeing 787 „Dreamliner“
Wegen eines medizinischen Notfalls musste die Boeing am Flughafen Frankfurt einen Zwischenstopp einlegen. © Mic Smith/AP/dpa

Erneut ist es über der Westpfalz zum sogenannten „Fuel Dumping“ gekommen, da eine Boeing 787 am Flughafen Frankfurt außerplanmäßig landen musste.

Frankfurt Flughafen – Über der Westpfalz, dem östlichen Saarland und dem Hunsrück hat eine Passagiermaschine am Donnerstag (30. Juni) 15 Tonnen Kerosin abgelassen, wie das Luftfahrtbundesamt dem Portal Rheinpfalz mitgeteilt hat. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) und der Initiative Pro Pfälzerwald sei die Boeing 787-900 („Dreamliner“) der Airline Etihad mit bis zu 290 Passagieren auf dem Weg von New York nach Abu Dhabi gewesen. Die Maschine musste dann jedoch wegen eines medizinischen Notfalls an Bord am Flughafen Frankfurt notlanden.

Wohl um das Gewicht der Maschine zu reduzieren, ließ der Pilot davor aus einer Flughöhe von knapp 9.500 Metern das Kerosin ab, laut Deutscher Flugsicherung im Sinkflug ab 31.000 Fuß, zwischen 11.41 Uhr und 11.56 Uhr. Auf der Website flightradar24, die Flugdaten veröffentlicht, ist zu sehen, dass die Maschine vor der Landung in Frankfurt eine große Schleife über der Pfalz und den Nachbarregionen drehte sowie eine kleinere über dem Nordpfälzer Bergland.

15 Tonnen Kerosin vor Notlandung am Flughafen Frankfurt abgelassen – hat das Folgen für die Umwelt?

Immer werden Flugzeuge in Notfällen Kerosin über Rheinland-Pfalz los. Anfang Juni waren 22 Tonnen Kerosin über der Pfalz abgelassen worden, Mitte Mai 30 Tonnen und Anfang März 80 Tonnen, wie der SWR berichtet. Im April wurden über Nordbayern sogar 80 Tonnen abgelassen, eine ungewöhnlich große Menge für derartige Vorfälle. Neben ungeplanten Zwischenhalten gibt es weitere Gründe – etwa, wenn Maschinen wegen technischer Störungen beim Start direkt wieder zum Sinkflug übergehen müssen. Denn vollgetankt sind Flugzeuge oft zu schwer, um sicher zu landen.

Am sogenannten „Fuel Dumping“ gibt es immer wieder Kritik. Naturschützer haben Sorge, dass die Umwelt zu Schaden kommt. Doch laut Umweltbundesamt ist nicht mit kritischer Umweltbelastung durch die Treibstoffablässe zu rechnen. Ein Großteil des Kerosins verdunste noch in der Luft. Die Aussage basiert auf Ergebnissen einer Forschungsarbeit aus dem Jahr 2019.

Erst vor wenigen Tagen war es zuletzt zu einer weiteren Notlandung am Flughafen Frankfurt gekommen. Grund war in diesem zweiten Fall allerdings ein Triebwerkschaden. (tk)

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