Nachlass beim Kauf von Baugrundstücken

Mindestens 80.000 Euro für Familienförderung

Habichtswald. Die Gemeinde Habichtswald will ab sofort die Ansiedlung junger Familien mit Kindern finanziell fördern. Ganz konkret geht es um Nachlässe beim Kauf von Baugrundstücken. Damit soll der Bevölkerungsschwund in der 5.100 Einwohner zählenden Gemeinde gestoppt werden.

Familien, in denen es ein Kind unter 18 Jahren gibt und die das Bauland selbst nutzen möchten, soll beim Grundstückserwerb ein Nachlass von zehn Prozent auf den Kaufpreis gewährt werden. Für jedes weitere Kind bis 18 Jahre erhöht sich dieser Rabatt um weitere fünf Prozent. Allerdings ist der maximale Betrag auf 10.000 Euro pro Grundstück gedeckelt.

Das Programm geht zurück auf eine Initiative der SPD-Fraktion. Bereits in diesem Jahr soll die Förderung wirksam werden. 20.000 Euro sind in den Haushalt eingestellt. Beim neuen Wohngebiet "Zur Bubenecke" in Dörnberg können die Käufer ebenfalls vom Programm profitieren. Über die Hessische Landgesellschaft (HLG) , die im Auftrag der Gemeinde die Baugrundstücke zunächst ankauft, erschließt und dann wieder veräußert, sollen den Familien die Nachlässe auf den Kaufpreis gewährt werden.

Bürgermeister Thomas Raue und die Gemeinde Habichtswald versprechen sich eine Menge von der Initiative. Angenommen, so Raue, nur die Hälfte der Kaufinteressenten für die insgesamt 34 Baugrundstücke im künftigen Wohngebiet Dörnbergs hätten ein Kind unter 18 Jahren, dann würden bezogen auf den Quadratmeterpreis der Parzellen etwa 80.000 Euro in die Familienförderung investiert. Das sei zwar sehr viel Geld, der mit dem Zuzug junger Leute ausgelöste Effekt sei für die Gemeinde aber ungleich größer.

Denn mit seinen 5.100 Einwohnern befinde sich Habichtswald an einer kritischen Schwelle. Falle die Zahl unter die 5.000-Einwohner-Grenze, erhalte die Kommune pro Jahr 220.000 Euro Schlüsselzuweisungen weniger vom Land Hessen. Der Zuzug junger Familien mit Kindern stabilisiere zudem die Infrastruktur in beiden Dörfern . Das gelte für die Kindertagesstätten genauso wie für die Grundschule in Dörnberg, deren Standort vorerst nur bis zum Jahr 2017 gesichert ist.

Quelle: HNA

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