Tier hatte Verkehr lahm gelegt

Nach Landung auf der A7 bei Malsfeld: Bussard geht es besser

Fritzlar. Dem Bussard, der am Dienstag auf der A7 landete und den Verkehr zwischen Malsfeld und Melsungen lahm gelegt hat, geht es besser. Das sagt Alfons Bischof, der das Tier in seiner Auffangstation für verletzte Vögel in Fritzlar aufgenommen hat.

Tatsächlich: Der Bussard guckt aus wachen Augen und legt den Kopf schief, als seine Volierentür geöffnet wird. Man sieht ihm kaum an, was er die letzten Tage alles erlebt hat. „Er hat am Kopf eine Schramme und sein Fuß ist verletzt“, sagt Bischof. Wahrscheinlich sei er auf der Autobahn auf eine Windschutzscheibe geprallt und habe sich dabei die Blessuren zugezogen. Sein rechtes Auge sei noch ein wenig kleiner als das gesunde, es sähe aber schon besser aus.

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Wie schwer die Verletzung genau ist, kann Alfons Bischof nicht sagen. Gut sei jedenfalls, dass das Tier bereits gefressen habe. „Das gibt dem Bussard Kraft“, sagt Bischof. „Er lebt noch, und ich bekomme ihn vermutlich auch durch“, fügt er an.

Leichte Beute an Autobahn

Dass Bussarde auf der A7 landen, ist laut Bischof keine Seltenheit. „Ich habe derzeit fünf Bussarde in meinen Volieren sitzen, alle von der Autobahn“, erklärt er. Bis zu sieben verletzte Greifvögel hatte er bereits zeitgleich in seiner Auffangstation zu Gast. Allesamt wurden sie auf der A7 aufgelesen. „Ich habe schon einige Tiere wieder ausgesetzt, aber nicht alle kommen durch.“ Alleine im letzten Jahr hätte er insgesamt 40 Tiere gehabt, davon 19 Greifvögel. Im Falle des A7-Bussards sei er jedoch zuversichtlich, dass er im März wieder in die Freiheit entlassen werden kann. Einen Grund dafür, dass die Tiere auf der A7 landen, hat Vogel-Experte Bischof längst ausgemacht: „Gerade in der kalten Jahreszeit suchen sie nach schneefreien Stellen, dort ist es trockener, als zum Beispiel im Feld – und somit für den Bussard kraftsparender.“ Und da kämen den Beutegreifern die Mäuse im Straßengraben entlang der Autobahnen gerade recht, weiß Bischof. Auch totgefahrene Tiere, die im Graben liegen, sind für sie Delikatesse und zudem gerade im Winter, wenn die Greifvögel Kraft sparen müssen, leichte Beute.

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Doch mit einer Maus im Schnabel seien die Bussarde nicht immer in der Lage, schnell abzuheben, um schnell und sicher über die Straße zu kommen. „Es sind eben Tiere, die können die Gefahren, die an der Autobahn lauern, nicht einschätzen.“ Zu Fressen bekommen die Tiere, die Bischof pflegt, meistens Reste vom Metzger oder eingefrorene Kleintiere aus der Zoohandlung. Beim A7-Bussard steht unter anderem Taube auf dem Speiseplan, damit er schnell zu Kräften kommt. Damit er bald wieder selbst auf Futtersuche gehen kann und das dann hoffentlich ohne Verletzungen.

Von Leona Nieswandt und Maja Yüce

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Quelle: HNA

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