Die Musikerinnen des Torun Trios verstanden es vorzüglich, Bezüge zu schaffen und Emotionen zu erzeugen

Ein Abend auf hohem Niveau

Langer Applaus für das Torun Trio: Von links Simone Weber, Sara Derman und Anna Catharina Nimczik. In der Hospitalskapelle war jeder Platz besetzt. Fotos:  Decker

Treysa. Zu einem klassischen Konzert mit dem Torun Trio hatte am Samstagabend der Verein „Kultur vor Ort“ in die Hospitalskirche eingeladen, und der Raum füllte sich bis auf den letzten Platz.

Das Trio Torun, welches sich auf selten gespielte Kompositionen spezialisiert hat, begann den Abend mit dem spätromantischen „Trio a-Moll op. 40“ von Carl Frühling. Die springenden Töne der Klarinette, gefühlvoll gespielt von Simone Weber, erzeugten zu Beginn im ersten Satz eine heitere Stimmung und ließen passend zum Namen des Komponisten blühende Frühlingswiesen im Kopf aufblitzen. Man fühlte sich erinnert an das berühmte Stück „Peter und der Wolf“ von Sergei Prokofjew. Das aus vier Sätzen bestehende Werk zauberte in jedem Satz neue Assoziationen bei den Zuhörern hervor. Die schnellen Läufe auf dem Klavier mit ihrer dramatischen Wirkung absolvierte Sara Derman mit exakter Gelassenheit.

Das moderne Werk „Fantasy Trio op 26“ von Robert Muczynski bot neben jazzigen Anteilen warme und harte Töne und war bestimmt von zahlreichen Rhythmuswechseln. Fantastisch wie Anna Catharina Nimczik ihrem Violoncello trommelnde Töne entlockte, während Simone Weber ihre Klarinette gleichsam nach Hilfe rufen ließ. Das Publikum war begeistert und schickte die drei Musikerinnen mit einem lang anhaltenden Applaus in die verdiente Pause.

Der zweite Teil des Konzerts begann mit einem Trio von Hermann Zilcher, welches sich aus die Tonfolgen „E-D-D-A“ zusammensetzte.

Ob sich dahinter eine heimliche Liebe des gleichen Namens verbarg, wusste Anna Catharina Nimczik, die zu jedem Stück eine kurze Erläuterung gab, nicht zu sagen. In dem Werk wechselten sich dumpfe und dramatische Szenen mit lustigen, schnellen Läufen ab und die drei Instrumente schienen miteinander zu verschmelzen.

Der Abend endete mit dem „Trio“ von Nino Rota, der mit seiner Musik zum Film „Der Pate“ der berühmteste unter den gespielten Komponisten war.

Warum jedoch die anderen Komponisten so selten aufgeführt werden, war für die Zuhörer nach diesem beeindruckenden Abend nicht nachvollziehbar. Als Dankeschön und Kompliment an die drei Instrumentalistinnen applaudierte das Publikum lang und herzlich, bevor es mit dem Nachklang der gehörten Musik im Kopf beschwingt in die kalte Nacht hinaus den Heimweg antrat.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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