Dem Aberglauben getrotzt: Bohns feiern Diamantene Hochzeit

Eine Liebe im Edelsteinglanz: Erhard und Annemarie Bohn sind seit 60 Jahren ein Ehepaar, können heute also ihre Diamanthochzeit feiern. Foto: zih

Bad Emstal. Das Brautkleid war geliehen, die Braut älter als der Bräutigam. Dennoch: Erhard und Annemarie Bohn feiern heute im Bad Emstaler Ortsteil Sand Diamantene Hochzeit.

Erhard und Annemarie Bohn feiern heute im Bad Emstaler Ortsteil Sand Diamantene Hochzeit. Beide haben in Sand das Licht der Welt erblickt und leben auch heute noch dort in ihrem in den 1960er-Jahren gebauten Haus.

Gleich zweifach haben beide dem Aberglauben getrotzt. Denn es heißt, dass eine Ehe keinen langen Bestand hat, wenn die Braut in einem geliehenen Hochzeitskleid vor den Traualtar tritt. Bei Annemarie war das der Fall. Außerdem: Die Braut sollte an Lebensjahren nicht älter sein als ihr Ehemann. Annemarie, geborene Heine, kam am 30. Januar 1933 zur Welt, Erhard drei Jahre später am 20. März 1936.

Über die damals in den Dörfern weit verbreitete Meinung eines Scheitern einer solchen Eheschließung können beide im Rückblick nur müde lächeln, feiern sie doch heute im Kreis ihrer Liebsten, den Familien ihrer beiden Söhne, dass sie seit 60 Jahren verheiratet sind.

Oft im Dorf begegnet 

Begegnet sind sich die Jubilare in ihrem Heimatort des öfteren. Erhard Bohn: „Vor allem, wenn Annemarie als Kundin in den Friseursalon meines Vaters kam, dann stand ich im Hintergrund immer auf der Matte und habe sie bewundert.“ Richtig gefunkt zwischen den beiden hat es dann in einem Reisebus während einer Vereinsfahrt der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr. Von da an waren sie unzertrennlich, wobei aber bis zum gemeinsamen Ja auf dem Standesamt und vor dem Traualtar der Sander evangelischen Dorfkirche am 3. Dezember 1955 noch ein Hindernis aus dem Weg geräumt werden musste. Da Erhard Bohn erst 19 Jahre alt war, also damals noch nicht volljährig, benötigte er die Zustimmung seines Vaters.

Erhard Bohn erlernte nach dem Schulbesuch den Dachdeckerberuf, arbeitete zwischendurch in der Klinik Merxhausen und im Baunataler VW-Werk und wechselte dann bis zum Renteneintritt zum Landkreis Kassel, wo er 25 Jahre lang als Hausmeister der Christine-Brückner-Schule einschließlich der Großsporthalle tätig war. Apropos Sport: Viele Jahre hütete er das Tor der Sander Fußballer. Und er engagierte sich ehrenamtlich im Gesangverein, im Kirchenvorstand und zusammen mit seiner Ehefrau bei den Klosterspielen Merxhausen. Er vor allem als Bühnenbauer, sie als Kostümnäherin.

Zwei Söhne 

Bis zur Geburt der beiden Söhne arbeitete Annemarie als Näherin, Haushaltshilfe und Pflegehelferin in der Merxhäuser Klinik. Als die Kinder größer waren, war sie ebenfalls beim Landkreis als Reinigungskraft an der Sander Schule tätig. 20 Jahre lang pflegte sie zusammen mit ihrem Mann bis zu deren Tod ihre mit im Haus lebende gelähmte Schwiegermutter.

Erhard und Annemarie Bohn blicken glücklich und mit Stolz auf einen gemeinsamen 60-jährigen Lebensweg zurück. „Uns und unserer Familie ist es eigentlich immer gut gegangen, dafür sagen wir dem lieben Gott ein von Herzen kommendes Dankeschön.“

 

Quelle: HNA

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