Für die Stelle des tödlichen Unfalls sind zunächst keine Veränderungen geplant

Nach tödlichem Unfall an der A49: Abfahrt bleibt, wie sie ist

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Laut Statistik kein Unfallschwerpunkt: Die Abfahrt von der A 49 aus der Vogelperspektive. Von rechts kommt die Autobahn aus Richtung Kassel, von unten verläuft die Landesstraße Richtung Fritzlar, das im Hintergrund sichtbar ist.

Fritzlar. Die Diskussion um die Verkehrssituation an der Autobahnabfahrt Fritzlar geht weiter. Dort war es am Montag zu einem Unfall mit drei Toten und vier Schwerverletzten gekommen.

Der Fahrer eines Wagens, der von der A 49 kam, hatte vermutlich die Vorfahrt eines Autos aus Richtung Fritzlar missachtet. Ein Grund könnte die tief stehende Sonne gewesen sein. An der Stelle, an der es zu dem Unglück kam, steht ein Vorfahrt-Achten-Schild, aber kein Stopp-Schild.

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Und dabei wird es bis auf Weiteres auch bleiben. Hintergrund ist ein Erlass des Innen- und des Verkehrsministeriums, erläuterte Thomas Gläsel von der Polizeidirektion Schwalm-Eder.

Der Erlass regelt, wann eine besondere Unfallhäufigkeit vorliegt, Grundlage zum Beispiel für ein Stoppschild. Fünf Unfälle des selben Typs oder drei mit Toten oder Schwerverletzten innerhalb eines Dreijahres-Zeitraums sind die statistischen Voraussetzungen, um von einem Unfallschwerpunkt zu sprechen.

Grundsätzlich könne die Unfallkommission auch kurzfristiger handeln, sagte Stefan Lautenschläger, der für den Schwalm-Eder-Kreis in diesem Gremium sitzt. Er halte es für unwahrscheinlich, dass ein Stoppschild an dieser Stelle etwas nützen würde. Man dürfe auch nicht zu viele Schilder aufstellen, denn das berge die Gefahr, dass sie dann immer weniger beachtet würden.

Fotos vom Unfall

Zusammstoß: Drei Tote bei Verkehrsunfall

Ähnlich argumentiert Lautenschläger bei der Frage, ob es sinnvoll sei, das 70-Stundenkilometer-Tempolimit räumlich zu verlängern, dass unterhalb der Unfallstelle gilt. Je ausgedehnter eine solche Beschränkung sei, desto weniger würde sie eingehalten.

Alle Gesprächspartner sagten, es sei unklar, ob irgendeine Veränderung an der Verkehrssituation den Unfall vom Montag hätte verhindern können. Gegen die mögliche Unfallursache, die tief stehende Sonne, lasse sich wenig unternehmen.

Vize-Landrat Winfried Becker kündigte auf HNA-Anfrage an, die Kommission werde sich auf jeden Fall mit dem tödlichen Unfall beschäftigen. Er wolle aber das Gutachten über den Hergang abwarten.

Er habe Verständnis, dass viele Menschen nun Veränderungen forderten, sagte Becker. Es solle jedoch nichts übereilt entschieden werden.

Quelle: HNA

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