Krimi und Konzert: Lesung von Ute Harras-Fink wurde begleitet von Jazzalongue

Abgründe mit Pausenmusik

Spannende Unterhalter: die Schwalmstädter Band Jazzalongue und Ute Harras-Fink (Mitte). Foto: Heist

Treysa. Abgründiges der menschlichen Seele zog am Samstag die Besucher der Treysaer Gaststätte Specht in ihren Bann. Ute Harras-Fink las Kurzgeschichten des Berliner Strafverteidigers Ferdinand von Schirach vor. Musikalisch begleitet wurde der Krimiabend von der Schwalmstädter Combo Jazzalongue.

80 Gäste hatten sich in der behaglichen Atmosphäre der Gaststätte eingefunden. Dort ließen sie sich von den Jazzklängen bekannter Songs wie „Satin Doll“, „Ain’t no Sunshine“ und „In the Mood“ treiben und lauschten den Erzählungen über Mörder, Kannibalen und Verrückte. Geschichten, wie die eines Arztes, der nach einer unharmonischen Ehe im hohen Alter seine Frau mit einer Axt erschlägt und zerteilt. Oder die eines jungen Mannes, der aus Liebe zu ihr seine Freundin aufessen will.

Aus seinen spektakulärsten Fällen hat von Schirach Kurzgeschichten gemacht und sie in zwei Erzählbänden veröffentlicht. „Verbrechen“ heißt der 2009 erschiene Bestseller des Strafverteidigers. Das 2010 erschienene Nachfolgewerk trägt den Titel „Schuld“.

Von Schirach benutzt kein Juristendeutsch. Er schreibt klar und einfach über die Schicksale von Menschen. Die von Harras-Fink vorgetragenen Erzählungen stimmten das Publikum teils heiter, teils nachdenklich - mancher war angewidert. Die Stimmung schwankte zwischen ausgelassen und betroffen.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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