Abholzungen im Biotop: Kritik von SPD und Naturschützern

Melsungen. Die Melsunger SPD findet es „in keiner Weise akzeptabel“, dass der Investor der altersgerechten Wohnanlage in den Melsunger Teichwiesen die Abholzung zahlreiche Bäume im dortigen Feuchtbiotop veranlasst hat.

Das sagte Ortsvereinsvorsitzender Volker Wagner nach einem Ortstermin des SPD-Vorstandes auf dem Gelände.

Wagner betonte in einer Pressemitteilung, der Bauträger habe sich klar zum Schutz des vorhandenen Biotops verpflichtet. Die Tatsache, dass er sich offensichtlich nicht an die Vorgaben des Bebauungsplans gehalten hat, sei zu verurteilen und zeuge von ganz schlechtem Stil

Daraus könne die Stadt für zukünftige Projekte lernen, sagen die Sozialdemokraten: „Man darf sich nicht durch eigenmächtiges Handeln von Investoren vor vollendete Tatsachen stellen zu lassen.“

„Nicht das erste Mal“

Es sei nicht das erste Mal, dass Bausünden erst im Nachhinein von Bürgern erkannt und angeprangert wurden. Im Fall Teichwiesen trage der Investor „selbstverständlich die Verantwortung und wird die Konsequenzen aus seinem Handeln allein tragen müssen“.

Auch der Ortsverband vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) hat sich in der Sache zu Wort gemeldet und fragt: „Wer hat da versagt?“

Der BUND sei empört darüber, wie ein Investor sich über die Vorgaben der Stadt hinwegsetzen kann und erschrocken über die Reaktion der Stadt darauf, heißt es in einer Pressemitteilung. Nachdem die Stadtverwaltung öffentlich erklärt hatte, sie gehe der Sache nach, seien die Abholzungsarbeiten am vergangenen Freitag und Samstag weitergegangen, berichten die Naturschützer. Der BUND-Ortsverein sei von Anliegern angerufen worden, habe aber keinen Verantwortlichen bei der Stadt erreichen können: „Es war Wochenende. Fakten wurden geschaffen, die nicht mehr wieder gutzumachen sind“, kritisiert der BUND.

Die Ortsgruppe des Naturschutzverbandes fordert die Stadt auf, umgehend eine Begehung und Besichtigung des Baugeländes mit verantwortlichen Stellen der Stadt, dem Investor, der Unteren Naturschutzbehörde, den Anliegern und interessierten Bürgern zu organisieren. Daran müsse sich die in Aussicht gestellte Wiederherstellung des Feuchtbiotops anschließen. (asz)

Quelle: HNA

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