Abriss soll aufgeschoben werden: Offener Brief fordert Erhalt des Rehbein-Hauses

Ziegenhain. Besorgt über den Leerstand innerhalb der Festung Ziegenhain und über Abrisspläne sind der Verein Arbeitskreis Festung und die Gruppe Forum Ziegenhain. Vor allem wegen des leerstehenden Hauses Rehbein in der Muhlystraße wollen die Mitglieder aktiv werden und haben daher einen offenen Brief verfasst.

An das Landesamt für Denkmalpflege, Bürgermeister Wilhelm Kröll und die Untere Denkmalbehörde schrieben die Ziegenhainer, dass an der Festung Ziegenhain als Gesamtanlage ein öffentliches Interesse bestehe. Die Erhaltung sei aus siedlungs- und militärgeschichtlichen, wissenschaftlichen und künstlerischen Gründen geboten.

 „Um ihren Gebäudebestand zu sichern, müsste einer Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität in der Festung höchste Priorität eingeräumt werden. Dann könnten möglicherweise neue Bewohner gefunden und die Festung damit wieder belebt werden“, argumentieren die Unterzeichner.

Unannehmbar ist laut des Briefes, dass anstelle des Rehbein‘schen Hauses ein Carport entstehen soll. „Wir setzen uns daher für den Erhalt des Hauses in einfacher Form als Museum ein“, heißt es in dem Brief. Dazu haben der Arbeitskreis und das Forum ein kurzes Konzept entwickelt.

Das Rehbeinsche Haus ist im Denkmalbuch des Landkreises nicht aufgeführt, aber es sei als Einzeldenkmal und im Ensemble für die Muhlystraße mit seiner Ecklage zum Holzgraben von besonderer Bedeutung. Die Inneneinrichtung mit einer komplett erhaltenen barocken Treppe, Türen und Einbauten sei ein besonderes Beispiel.

Vorläufig würde eine geringfügige Dachreparatur für etwa 500 Euro ausreichen. Im Erdgeschoss herabhängende Decken müssten provisorisch abgestützt, im Keller stehendes Wasser abgepumpt werden. Genutzt werden könne es als begehbares Museum für Wohnen und Arbeiten.

Eine Schusterwerkstatt mit Verkaufsraum seien zum Teil noch vorhanden, ebenso teilweise die Möblierung. Die wollen der Arbeitskreis Festung und das Forum Ziegenhain zeitgemäß vervollständigen. Die Stadtführer würden bei den Stadtbegehungen einen Schlüssel für das Haus erhalten und es Besuchern zugänglich machen. Bei Festen könne das Haus offen für alle sein.

Zur Zeit sei Fördergeld für solche Projekte zu bekommen, die müssten von der Stadt als Eigentümerin beantragt werden.

„Wir halten den Aufschub der Abrisspläne für unabdingbar und bitten in die Diskussion darüber mit einbezogen zu werden“, endet der offene Brief. (aqu)

Quelle: HNA

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