Kosten werden geprüft

Abriss ist zunächst vertagt: Zukunft des Alten Gaswerks weiterhin offen

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Was wird aus dem alten Gaswerk in Homberg? Architekt Jochen Gontermann hat mit seinem Vorschlag, das Industriegebäude zu sanieren, eine Woge an Debatten ausgelöst. Die Stadtverordneten überwiesen die Frage, was werden soll, in den Magistrat.

Homberg. Die Frage, was mit dem Homberger Gaswerk geschehen soll, ist noch offen: Die Stadtverordneten verwiesen die Frage nach einem Antrag der Freien Wähler an den Magistrat beziehungsweise an die Ausschüsse. Dort sollen die Kosten für Abriss oder Sanierung des alten Industriegebäudes geprüft werden, bevor das Parlament entscheidet.

Die bislang vorliegenden Zahlen werte die FWG als Schönrechnerei, sagte Achim Jäger. Es scheine, als habe man Äpfel mit Birnen verglichen, um die Kosten gering halten zu können. Die Frage, ob man das Gaswerk abreiße oder saniere, müsse ohne Zeitdruck und mit mehr Informationen entschieden werden.

Architekt Gontermann habe eine Alternative zum Abriss des zwar schönen, aber problematischen Gebäudes aufgezeigt, sagte Klaus Bölling (Grüne). Er bemängelte auch das Niveau der Debatte: Manche Anwohner lehnten die Sanierung vorgeblich wegen der Belastung von Schadstoffen ab. Tatsächlich fürchteten sie aber die Belastung durch ein geplantes Jugendzentrum. Bölling warnte: „Homberg muss alles tun, um jung und lebendig zu bleiben.“

Die Frage, ob dort ein Jugendzentrum gebaut werde, stelle sich doch gar nicht mehr, sagte Stefan Gerlach (SPD): Das sei längst beschlossene Sache. Fraglich sei nur noch, ob es im Alt- oder im Neubau entstehe. Dafür müssten alle Fakten auf den Tisch, meinte Peter Dewald (CDU).

Manfred Ripke (FDP) allerdings sah im Davidsweg keinen geeigneten Standort für ein Jugendzentrum. Vielmehr solle die Stadt leer stehende Häuser in der Innenstadt in die Überlegungen mit einbeziehen. Der Abriss des Gaswerks sei vielleicht nur scheinbar geplant gewesen, um eine Sanierung in letzter Sekunde schmackhaft zu machen, anders könne er sich den Sinneswandel nicht erklären.

Solche Perspektivwechsel seien nur möglich, wenn man einen guten Bürgermeister habe, konterte Martin Wagner: Man habe das Regierungspräsidium Kassel von den Sanierungsmöglichkeiten überzeugen können.

Gar nicht überzeugt von der Debatte war Bernd Herbold (SPD): Statt sich für Jugendliche einzusetzen, grenzten viele sie aus und schätzen sie nicht wert. Das sei ihm völlig unverständlich: „Keiner von uns will Londoner Verhältnisse,“ spielte er auf die Gewaltausbrüche dort an. (bra)

Quelle: HNA

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