Stadtwerke: „Nötiger Netzausbau ist nicht verhältnismäßig“

20 Absagen für Sonnenstrom-Anlagen

Wolfhagen. Bereits 20 Betreiber durften den Strom ihrer Photohovoltaikanlage nicht in das Netz der Stadtwerke Wolfhagen einspeisen. Die Begründung: Der Nutzen der kleinen Dachanlagen sei zu gering, um die verhältnismäßig hohen Kosten für den notwendigen Netzausbau zu rechtfertigen.

Das sagte Diplom-Ingenieur Martin Rühl, Geschäftsführer der Stadtwerke Wolfhagen, auf Anfrage der HNA.

Die Stadtwerke setzen auf große Energiequellen wie einen Windpark oder Holzgaskraftwerke. Das Ziel, die Stadt bis zum Jahr 2015 komplett mit erneuerbarer Energie zu versorgen, würde weiter verfolgt. „Es ist wirtschaftlich sinnvoller, ein dickes Kabel für eine große Anlage wie den Windpark zu verlegen, als die Straßen in der halben Stadt aufzureißen, um viele kleine Photovoltaikanlagen anzuschließen“, erklärte Rühl. Den Ausbau des Stromnetzes bezahlen alle Kunden über ihren Strompreis mit. „Deswegen müssen wir eben genau schauen, wie viel wir für neue Netze ausgeben. Der Strom muss für die Menschen bezahlbar bleiben“, sagte Rühl. Man habe Verständnis dafür, dass Anlagen-Betreiber, die ihren Strom nicht einspeisen dürfen, verärgert seien.

Gemeinsam arbeite man an Lösungsvorschlägen. „Es gilt die Regel: Je mehr Strom an einem Ort erzeugt wird, desto eher lohnt sich dort der Netzausbau. Wenn sich also viele Nachbarn zusammentun und alle eine Photovoltaikanlage bauen wollen, verlegen wir auch eher die Leitungen.“ Ein generelles Einspeiseverbot für neue Sonnenstrom-Anlagen gibt es also nicht. Jeder Antrag wird extra geprüft. Rühl empfiehlt zukünftigen Anlagenbetreibern, sich früh mit den Stadtwerken in Verbindung zu setzen.

Von Juri Auel

Quelle: HNA

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