Umfrage - Zierenberger haben kein Verständnis für Ausweisung von Familie Alrafiq

Umfrage - Zierenberger haben kein Verständnis für Ausweisung von Familie Alrafiq

Andrea Siebeneichner- Schmidt

Zierenberg. Der Fall der jemenitischen Familie Alrafiq, die nach 13 Jahren aus Deutschland abgeschoben werden soll, bewegt die Menschen in und um Zierenberg.

Während im online-Forum der HNA Leser wie „Wärter“ mit der klaren Forderung „Ausweisen!“ die Diskussion weiter anfachen, geben sich die Bürger auf der Straße durchweg verständnisvoll.

Andrea Siebeneichner-Schmidt bringt es auf den Punkt: „Die sollen hier bleiben.“ Statt über eine Abschiebung zu diskutieren, sei die Erteilung einer Arbeitserlaubnis für Vater Ahmad Alrafiq sinnvoller, damit er seine Familie eigenständig versorgen könne.

Als „heftig“ bezeichnet Ute-Brede-Okelmann die Entscheidung der Behörden. „Die Familie 13 Jahre hier leben, die Kinder hier aufwachsen zu lassen und sie nun abzuschieben, das ist in meinen Augen ein Unding.“ Für sie seien die Alrafiqs längst Zierenberger geworden und ein gutes Beispiel dafür, dass Integration funktioneren könne.

Eine eindeutige Meinung hat auch Thomas Kupferschläger. Selbst seit vielen Jahren für die Menschenrechtsorganisation Amnesty International aktiv, kann er die Entscheidung der Behörden nicht akzeptieren: „Das Asylrecht ist nicht vereinbar mit dem jetzigen Menschenrecht, und Asylrecht ist ein Menschenrecht.“ Eine Abschiebung sei vor allem für die Kinder problematisch. „Kulturschock ist hier sicher noch harmlos ausgedrückt.“

Traurig fände Ingrid Röhling eine Abschiebung. „Die Kinder sind hier aufgewachsen und wären im Jemen plötzlich Fremde, sie würden sicher einen großen Knacks bekommen, der kaum wieder gut zu machen wäre.“ Röhling appeliert an die Menschlichkeit der Behören. Das kann auch Anne Lieder unterstreichen: „Eine Abschiebung wäre eine große Belastung für die Kinder, die ja hier ihre Bezugspersonen und Freunde haben und teilweise nicht einmal ihre Muttersprache richtig können.“ Die Entscheidung der Behörden empfindet sie als falsch, hier sei zu

bürokratisch gehandelt worden.

Ähnlich sieht es auch der 16-jährige René Pakull, der einen Teil der Alrafiq-Kinder aus der Schule kennt: „Erst durften sie 13 Jahre hier sein, nun sollen sie wieder gehen, nachdem sie sich hier alles aufgebaut haben“, zeigt er nur wenig Verständnis für die nun drohende Abschiebung.

„Ich würde mich ganz schrecklich fühlen, wenn ich mich irgendwo eingelebt hätte und müsste dann plötzlich gehen“, schließt sich Anette Kloppmann aus Oberelsungen an und spricht damit aus, was in Familie Alrafiq vorgehen muss. Sie kann nicht verstehen, wie eine vollständig integrierte, unauffällige Familie ausgewiesen werden soll.

Eine Meinung, die offensichtlich viele teilen, denn die überall in Zierenberg ausliegenden Unterschriftenlisten füllen sich zusehends.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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